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CDU-Schulexpertin Stöver: Schulen unbedingt corona-sicher machen

13:16
06.07.2021
Rund vier Wochen vor dem Ende der Sommerferien hat die CDU-Opposition in der Hamburgischen Bürgerschaft den Senat aufgefordert, die Schulen möglichst corona-sicher zu machen. „Es muss unter allen Umständen verhindert werden, dass der Präsenzunterricht an Hamburgs Schulen im kommenden Herbst erneut ausgesetzt wird“, sagte die CDU-Schulexpertin Birgit Stöver am Dienstag. Da dürfe es keine Tabus geben. „Jede Maßnahme, die dazu beitragen kann, das Infektionsrisiko in der Schule zu senken, muss ernsthaft geprüft werden.“

Dazu gehöre zunächst die von Schulsenator Ties Rabe (SPD) bereits angekündigte Fortsetzung der Testpflicht. Statt der Schnelltests könnten vermehrt sogenannten Lolli- oder Gurgeltests genutzt werden, die per PCR ausgewertet werden könnten. „Zudem sollte die Testpflicht unbedingt auch auf Vorschulkinder ausgeweitet werden“, sagte Stöver.

Stöver forderte die Schulbehörde zudem auf, ihre Blockadehaltung aufzugeben und mobile Raumluftfilter in den Klassenzimmern einzusetzen. Eine intensive Auseinandersetzung mit dem Thema und das Vorlegen einer Kosten-Nutzen-Analyse sei das Mindeste, was man erwarten könne. „Stattdessen erlebe ich immer wieder, dass durchdachte Vorschläge von gut informierten Eltern brüsk von der Schulbehörde abgewiesen werden unter Bezugnahme auf veraltete Empfehlungen“, klagte Stöver.

Auch wenn es noch keine Empfehlung der Ständigen Impfkommission (Stiko) zur Impfung von Kindern ab zwölf Jahren mit dem Impfstoff Biontech/Pfizer gebe, sollten Impfungen dennoch angeboten werden. „Jede Familie muss für sich selbst entscheiden können, ob sie eine Impfung für ihre Kinder möchte.“ Dafür müsse der Senat noch in den Sommerferien im Impfzentrum ein Angebot machen, forderte Stöver.

Michael Rabba

Niedersachsen stellt 20 Millionen Euro für Lüftungsanlagen in Schulen bereit

12:07
06.07.2021
Angesichts der Ausbreitung der Delta-Variante des Coronavirus und der eingeschränkten Impfangebote für Kinder und Jugendliche will das Land Niedersachsen mehr Geld für Lüftungsanlagen in Schulen zur Verfügung stellen. Zusätzlich zu der bisherigen Förderung von Luftfilteranlagen in eingeschränkt belüftbaren Unterrichtsräumen sollen die niedersächsischen Schulträger nun 20 Millionen Euro vom Land erhalten. Über einen entsprechenden Kabinettsbeschluss informierten das Kultus- und Sozialministerium am Dienstag in Hannover.

Das Geld ist dafür vorgesehen, die Klassenräume der Schuljahrgänge 1 bis 6 etwa mit Fensterventilatoren auszustatten. Der Fokus liege auf den Schülerinnen und Schülern dieser Jahrgänge, da ihnen in absehbarer Zeit kein Impfangebot gemacht werden könne, erklärte Kultusminister Grant Hendrik Tonne (SPD). Mit den 20 Millionen Euro könnte bei einer 80-prozentigen Förderung rein rechnerisch für jedes der rund 25 000 Klassenzimmer der Schuljahrgänge 1 bis 6 in Niedersachsen eine sogenannte Zu- und Abfluftanlage angeschafft werden.

Tonne versprach, die Förderung aufzustocken, sollte weiter Investitionsbedarf bei der technischen Lüftungsunterstützung bestehen. Gleichzeitig gab er zu bedenken, dass mobile Luftfiltergeräte und Fensterventilatoren das Lüften in den Klassenräumen nicht ersetzten. Bei den Schulen wolle man nun dafür werben, dass das Angebot angenommen wird. Ziel sei es, den Präsenzunterricht im neuen Schuljahr zu sichern.

Jan-Felix Jasch

Immunologe: Zweite Impfung für Genesene „eher verschwendet“

11:31
06.07.2021
Eine zweite Impfung für von einer Corona-Infektion Genesene ist unnötig. Sie wäre nicht gefährlich, „sondern eher verschwendet, weil sie den Antikörperspiegel im Blut nicht mehr merklich nach oben verändert“, erklärt Professor Carsten Watzl, Generalsekretär der Deutschen Gesellschaft für Immunologie (DGfI). Schon die erste Impfung sorgt bei Genesenen laut Robert Koch-Institut (RKI) für eine sehr gute Immunantwort.

Watzl sagt: „Selbst Genesene, die nur noch ganz wenig Antikörper haben, reagieren auf eine Impfung so stark, dass sie danach so hohe Antikörperwerte haben wie Menschen nach der zweiten Impfung.“ Grund: Nach der Infektion haben sich Gedächtniszellen gebildet, die durch die Impfung wieder aktiviert werden.

„Wer genesen ist, ist mit einer Impfung gut geschützt“, bestätigt DGfI-Vizepräsident Professor Reinhold Förster und appelliert: „Bevor man demjenigen die zweite Impfung gibt, sollte man lieber Menschen impfen, die noch keinen Impfschutz haben.“

Manche ziehen das vielleicht in Erwägung, um bei Reisen keine Probleme zu bekommen - ein Impfschutz nach dem klassischen Schema lässt sich unter Umständen leichter an der Grenze belegen als eine einfache Impfung mit Genesenen-Nachweis. Denn während in Deutschland Genesene für einen vollständigen Schutz nur einmal geimpft werden müssen, impfen andere Länder auch sie doppelt.

Auf internationaler Ebene liefen nach Angaben des Bundesgesundheitsministerium zwar Bemühungen seitens der EU zur gegenseitigen Anerkennung der jeweils gültigen Impfschemata. Förster sagt dazu: „Ja, die Dokumentation des Genesenen-Status und der einer Impfung ist bei Reisen unter Umständen sehr schwierig. Das ist ein politisches Thema, das angegangen werden muss.“

Michael Rabba