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20210629110454

Starker Rückgang bei Migration aus und nach Deutschland

09:23
29.06.2021
Im vergangenen Jahr sind rund 220 000 Menschen mehr nach Deutschland gezogen als fortgezogen. Im Vergleich zum Vorjahr, in dem es noch rund 327 000 mehr Zu- als Fortzüge gab, sei der sogenannte Wanderungsüberschuss 2020 damit deutlich geringer ausgefallen, berichtete das Statistische Bundesamt am Dienstag. Die Nettozuwanderung über die Grenzen Deutschlands sei damit im fünften Jahr in Folge zurückgegangen.

Zudem sei die Zahl der Zu- und Abwanderungen im Vergleich zum Vorjahr deutlich niedriger. So seien rund 24 Prozent weniger Menschen zu- und 22 Prozent weniger fortgezogen als 2019. Die Behörde sah dabei einen Zusammenhang mit der Corona-Pandemie und den weltweiten Restriktionen im Reiseverkehr. Auch wirtschaftliche Gründe könnten in der Zeit der Pandemie eine geplante Zu- oder Abwanderung verhindert oder verschoben und so einen Effekt auf die Gesamtzahl der registrierten Zu- und Fortzüge gehabt haben.

KfW: Weniger Existenzgründungen im Corona-Jahr 2020

08:41
29.06.2021
Die Corona-Krise hat die Gründerszene in Deutschland ausgebremst. Rund 537.000 Menschen machten sich im Jahr 2020 selbstständig und damit 68 000 weniger als in den zwölf Monaten zuvor, wie die Förderbank KfW ermittelt hat. 2019 war die Zahl der Existenzgründungen erstmals seit fünf Jahren wieder gestiegen.

Im laufenden Jahr rechnet KfW-Chefvolkswirtin Fritzi Köhler-Geib nach Angaben vom Dienstag mit einem Aufwärtstrend: „Der konjunkturelle Aufschwung gibt Rückenwind, und auch der Arbeitsmarkt dürfte eher positiv auf die Gründungstätigkeit wirken.“ Zudem seien viele weit fortgeschrittene Vorhaben aufgrund der Pandemie verschoben worden.

Rückgänge gab es im vergangenen Jahr sowohl bei den Gründungen zum Nebenerwerb (minus 41.000 auf 336.000) als auch bei denjenigen, mit denen Menschen vollständig ihren Lebensunterhalt verdienen. Bei diesen sogenannten Vollerwerbsgründungen wurde nach einem Minus von 27.000 auf 201.000 ein neuer Tiefpunkt erreicht.

Vor allem Männer wagten nach Angaben der KfW seltener den Schritt in die Selbstständigkeit. Unter ihnen sank die Zahl der Existenzgründer binnen Jahresfrist um 58.000 auf 332.000. Dagegen blieb die Zahl der Gründerinnen mit einem Rückgang von 10.000 auf 205.000 nahezu stabil. Gründungen von Frauen machen somit 38 (2019: 36) Prozent aller Existenzgründungen in Deutschland aus.

Niedersachsens Wissenschaftsminister Thümler fordert wegen Delta-Variante Impfempfehlung für Kinder ab 12

08:01
29.06.2021
Niedersachsens Wissenschaftsminister Björn Thümler (CDU) hat angesichts der Gefahr einer vierten Corona-Welle eine Impfempfehlung für Kinder ab 12 Jahren gefordert. „Ich wünsche mir, dass die Ständige Impfkommission ihre Empfehlung nochmal überprüft, Kinder und Jugendliche von 12 bis 17 Jahren lediglich bei bestimmten Indikationen zu impfen“, sagte Thümler am Dienstag in Hannover. Die internationalen Daten von mehr als drei Millionen Geimpften in dieser Altersgruppe sollten zeitnah in die Bewertung einfließen.

„In Großbritannien breitet sich das Virus unter Schülerinnen und Schülern rasant aus. Ursache ist laut Studien die Delta-Variante“, sagte der Minister. „Und auch wenn Kinder in der Regel weniger schwere Krankheitssymptome aufweisen, zeigen Studien aus England, dass auch ein Prozent der Kinder hospitalisiert werden“, so Thümler. „Wir müssen unsere Kinder schützen, jetzt und nicht erst, wenn es zu einer vierten Welle kommt.“

Die Stiko hat bisher keine generelle Impfempfehlung für Kinder und Jugendliche ab 12 Jahren ausgesprochen. Sie empfiehlt Impfungen nur für 12- bis 17-Jährige mit bestimmten Vorerkrankungen wie Adipositas, Diabetes und chronischen Lungenerkrankungen. Das Gremium begründete seine Empfehlung vor knapp drei Wochen unter anderem damit, dass das Risiko einer schweren Covid-19-Erkrankung für diese Altersgruppe gering sei.