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Türkei lockert Corona-Maßnahmen - Irritation über Musik-Sperrstunde

17:47
21.06.2021
In der Türkei werden die Corona-Beschränkungen weiter gelockert. Ab 1. Juli würden die Ausgangsbeschränkungen, die zurzeit noch abends und sonntags gelten, vollständig aufgehoben, kündigte Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan am Montag in Ankara an. Zudem würden Reisebeschränkungen entfallen.

Für Irritation sorgte Erdogan mit einer Äußerung über das zurzeit bestehende Verbot von Musik bis 22 Uhr. Die Sperrstunde werde verschoben bis Mitternacht, aber nicht ganz aufgehoben, sagte der Präsident: „Nichts für ungut, niemand hat das Recht, jemanden nachts zu stören.“ Auf Twitter wurden daraufhin kritische Stimmen laut, aus deren Sicht Erdogan damit zugegeben hatte, dass die Pandemie nur eine Ausrede für das Verbot sei. „Wir haben von Anfang an gesagt, dass die Verbote ideologisch motiviert sind“, schrieb Oppositionsführer Kemal Kilicdaroglu auf Twitter.

Während eines knapp dreiwöchigen Lockdowns im April und Mai hatte bereits für Unmut gesorgt, dass Supermärkte in der Zeit keinen Alkohol verkaufen durften und Spirituosenläden geschlossen blieben. Der Musiksektor in der Türkei ist durch die Pandemie stark getroffen. Vor wenigen Wochen forderten Musiker und andere Künstler mit einer Kampagne in den sozialen Medien eine Aufhebung der Beschränkungen für das kulturelle Leben.

Jan-Felix Jasch

Indien impft 7,5 Millionen Menschen an einem Tag

16:28
21.06.2021
Am Montag hat Indien mehr als 7,5 Millionen Menschen gegen Corona geimpft - mehr als je zuvor an einem Tag. Das zeigen Zahlen des indischen Gesundheitsministeriums. In Indien leben insgesamt mehr als 1,3 Milliarden Menschen, es ist das Land mit der zweitgrößten Bevölkerung - nach China. Am Montag gab es zusätzliche Impfzentren, die Impfungen für alle Erwachsenen anboten.

Bislang lief die Impfkampagne in Indien allerdings deutlich langsamer als zunächst geplant. Weniger als fünf Prozent der Bevölkerung sind vollständig geimpft. Ein Grund dafür ist Impfstoffknappheit - unter anderem da die Regierung zunächst nicht versucht hat, genügend Impfstoff für die große Bevölkerung zu kaufen. Inzwischen will die Regierung gegensteuern, etwa indem sie ein komplexes Impfstoffbeschaffungssystem vereinfacht hat. Davor kauften die Zentralregierung, die Regierungen der Bundesstaaten sowie Privatkrankenhäuser Impfstoffe zu verschiedenen Preisen.

Ein anderer Grund für die bislang langsamere Impfkampagne ist eine besonders in gewissen ländlichen Regionen verbreitete Impfskepsis. Um diese zu bekämpfen, haben sich einige örtliche Behörden Belohnungen für Impfwillige ausgedacht - etwa Benzin, Saatgut, Dreiräder, Tomaten oder Reis, wie örtliche Medien berichteten. In einem Teil von Uttar Pradesh wurden Läden angewiesen, Alkohol nur an Geimpfte zu verkaufen, wie die Zeitung „Mint“ schrieb. Und in einem Distrikt im Bundesstaat Madhya Pradesh prüften Polizisten kürzlich auf der Straße, wer geimpft ist und wer nicht, wie „The Indian Express“ berichtete. Geimpfte erhielten demnach eine Plakette mit der Aufschrift: „Ich bin ein echter Patriot, weil ich geimpft worden bin.“ Ungeimpfte erhielten ein Blatt mit einem Totenkopf drauf.

Jan-Felix Jasch

Inzidenzwert in Bremen bleibt einstellig

14:58
21.06.2021
Der Inzidenzwert der Stadt Bremen ist am Montag leicht angestiegen, bleibt insgesamt jedoch auf niedrigem Niveau. Das Gesundheitsamt meldete fünf Neuinfektionen in der Stadt (keine in Bremerhaven), damit steigt die Sieben-Tages-Inzidenz leicht an und liegt nun bei 7,2 (Bremerhaven 3,5). 

Im Land Bremen müssen aktuell elf Personen stationär versorgt werden, davon drei auf Intensivstationen. Alle intensivmedizinisch behandelten Personen müssen beatmet werden. In der Stadtgemeinde Bremen liegen bislang 24 Fälle der Variante "Beta" B.1.351 (Ursprung: Südafrika), zwei Fälle der Variante "Gamma" B.1.1.28 (Ursprung: Brasilien) sowie acht Fälle der Variante "Delta" B.1.617.2 (Ursprung: Indien) vor. 

Jan-Felix Jasch