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Physiker misst bei Test-Konzert Verteilung von Aerosolen

20:04
10.06.2021
Nach einem halben Jahr Corona-Zwangspause hat die NDR Radiophilharmonie erstmals wieder vor Live-Publikum gespielt. Bei einem Konzert am Donnerstag untersuchten Forschende im Großen Sendesaal in Hannover die Verteilung von Aerosolen. Der Physiker Wolfgang Schade vom Fraunhofer Heinrich-Hertz-Institut hatte Dummys und Messgeräte im Zuschauerraum platziert. Zwei umgebaute Schaufensterpuppen stießen Aerosole und CO2 aus, zwei atmeten über Schläuche ein. „Eine gute Lüftungsanlage ist das A und O“, sagte der Wissenschaftler aus Goslar.

Schade hatte bereits im November im Auftrag des Konzerthauses Dortmund die Aerosolverteilung im dortigen Saal gemessen, um Daten zur Beurteilung einer möglichen Covid-19-Ansteckungsgefahr zu gewinnen - allerdings ohne Publikum. Bei einem kompletten Luftaustausch mit Außenluft alle 20 Minuten könne das Konzerthaus kein Superspreading-Event auslösen, war damals das Ergebnis.

In Niedersachsen sind bei einer Sieben-Tages-Inzidenz unter 35 Indoor-Konzerte möglich, wenn das Publikum getestet ist und im sogenannten Schachbrettmuster sitzt. Der Saal wird dann nur zur Hälfte besetzt. Für das Test-Konzert arbeitete die Radiophilharmonie mit dem Sozialunternehmen Diakovere zusammen. Die rund 130 Zuhörerinnen und Zuhörer waren den Organisatoren zufolge vollständig geimpft. Am Platz konnten sie ihre Masken abnehmen. Eigentlich hätten noch viel mehr Menschen dabei sein können. Der Große Sendesaal hat 1200 Plätze.

„In einem verantwortungsvollen Entscheidungsprozess zwischen Kultur und Gesundheitsämtern zählen belastbare Fakten“, sagte Matthias Ilkenhans, Manager der NDR Radiophilharmonie. Es gehe darum herauszufinden, ob kulturelle Veranstaltungen in gut belüfteten Räumen sicher sind: „Wir hoffen, spätestens Ende des Jahres wieder vor vollem Publikum spielen zu können.“

Biden sieht Impfstoffspenden als "humanitäre Pflicht" an

19:08
10.06.2021
US-Präsident Joe Biden hat die Unterstützung der globalen Impfkampagne zur Beendigung der Corona-Pandemie als humanitäre Pflicht bezeichnet. Die Vereinigten Staaten knüpften die Spende von Hunderten Millionen Impfdosen an arme Länder nicht an Bedingungen, sagte Biden am Donnerstag im Küstenort St. Ives im englischen Cornwall. „Unsere Impfstoffspenden beinhalten keinen Druck für Gefälligkeiten oder mögliche Zugeständnisse. Wir tun das, um Leben zu retten. Um diese Pandemie zu beenden.“ Biden stellte für Freitag eine Ankündigung der G7-Staaten zur Unterstützung der globalen Impfkampagne in Aussicht.

Das Weiße Haus hatte zuvor angekündigt, 500 Millionen Impfdosen des Vakzins der Pharmakonzerne Pfizer und Biontech zu erwerben und an 92 arme Länder und die Afrikanische Union zu spenden. 200 Millionen Dosen sollen zwischen August und Ende des Jahres geliefert werden, die übrigen 300 Millionen bis Juni 2022.

Es sei auch in Amerikas eigenem Interesse, den Kampf gegen die Pandemie auch anderswo in der Welt zu unterstützen, sagte Biden. „Solange das Virus anderswo wütet, besteht die Gefahr neuer Mutationen, die unser Volk bedrohen könnten.“ Es halte zudem das globale Wirtschaftswachstum zurück, erhöhe die Instabilität und schwäche Regierungen. Es sei im Interesse aller, dass sich die Weltwirtschaft von der Pandemie erhole. „Und das wird nicht passieren, es sei denn, wir können diese Pandemie weltweit unter Kontrolle bringen.“

Biden ist seit Mittwochabend in Großbritannien, wo er ab Freitag am Treffen der Staats- und Regierungschefs der sieben großen Industrienationen teilnimmt. Im Zentrum des G7-Gipfels steht neben der Corona-Pandemie auch der Klimaschutz. Es ist Bidens erste Auslandsreise als Präsident, die ihn in den kommenden Tagen auch nach Brüssel und Genf zu weiteren Spitzentreffen führt.