Letztes Update:
20210607072406

Situation für Studenten in Niedersachsen hat sich kaum verbessert

05:42
07.06.2021
Im Sommersemester macht vielen Studierenden in Niedersachsen der teils noch immer eingeschränkte Zugang zu Arbeitsplätzen in den Bibliotheken zu schaffen. „Es gibt aktuell ganz oft noch nicht genügend verfügbare Arbeitsplätze und das macht das Studienleben schwer, gerade wenn man an Abschlussarbeiten sitzt“, sagte Lone Grotheer von der Landes-Asten-Konferenz Niedersachsen (LAK). Viele Studierende berichteten im Homeoffice von Internetabstürzen - gerade in der Prüfungsphase stelle das viele Studierende vor Unsicherheiten.

Problematisch sei dabei auch, dass bei Online-Prüfungen teilweise Webcams angeschaltet und der Zugriff auf Computer freigegeben werden müsse. Dabei stellten sich auch Fragen der Privatsphäre, sagte Grotheer weiter. Nicht alle Studierenden verfügten über die notwendige technische Ausstattung. Hinzu komme die psychologische Belastung, denen Studierende im dritten Corona-Semester noch immer ausgesetzt seien. „Wir bekommen mit, dass die psychologischen Beratungsstellen teilweise überlastet sind“, so Grotheer. Den Studierenden fehle der Austausch, auch finanzielle Sorgen belasteten viele.

In der vergangenen Woche hatte die niedersächsische Landesregierung beschlossen, wegen der erschwerten Studienbedingungen in der Corona-Pandemie auch das Sommersemester 2021 nicht auf die Regelstudienzeit anzurechnen. Durch die Verlängerung ist es unter anderem möglich, dass Bafög-Zahlungen entsprechend länger fließen und Langzeitstudiengebühren später fällig werden. Das sei ein guter und wichtiger Schritt, sagte Grotheer, die Situation habe sich noch nicht wirklich verbessert.

Patrick Reichelt

Impfpriorisierung fällt: Städte und Gemeinden befürchten Frust

04:58
07.06.2021
Die Aufhebung der Impfpriorisierung an diesem Montag wird nach Ansicht der deutschen Städte und Gemeinden bei vielen Menschen zu Ernüchterung führen. „Enttäuschung und Frust sind dabei vorprogrammiert, da nicht sofort ausreichend Impfstoff zur Verfügung steht“, sagte der Hauptgeschäftsführer des Deutschen Städte- und Gemeindebunds, Gerd Landsberg, der „Rheinischen Post“ (Montag). „Frust und Enttäuschung werden sich noch verschärfen, da bis Mitte Juni 2021 - eventuell sogar bis Ende Juni - zum Beispiel in Nordrhein-Westfalen keine Termine für Erstimpfungen in den Impfzentren zur Verfügung stehen werden.“

Impfwillige können sich ab Montag unabhängig von der bisher gültigen Prioritätenliste in Deutschland gegen Corona impfen lassen. In Deutschland können nun alle ab 12 Jahren geimpft werden. Mehr als 45 Prozent der Bevölkerung haben mindestens eine Impfung. Vielerorts dominieren derzeit die Zweitimpfungen, denn erst mehr als jede und jeder Fünfte hat den kompletten Impfschutz.

Landsberg sagte, das bedeute allerdings auch, dass rund die Hälfte der deutschen Bevölkerung immer noch auf einen Impftermin warte. „Gerade weil mit der Impfung neben dem Schutz der Gesundheit auch viele Freiheiten wie etwa Reisen ohne Test oder auch Zugang zu Veranstaltungen verbunden sind, werden sehr viele Menschen schnell einen Impftermin bekommen wollen.“ Dennoch sei die Aufhebung der Priorisierung richtig gewesen, nicht zuletzt im Hinblick auf die mit der Vergabe von Impfterminen verbundene Bürokratie.

Patrick Reichelt