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Komitee kritisiert Corona-Politik der schwedischen Regierung

17:06
03.06.2021
Die schwedische Regierung hat für ihren Umgang mit der Corona-Pandemie heftige Kritik einstecken müssen. Das Kontrollkomitee des Reichstages legte am Donnerstag einen Bericht vor, in dem der Regierung zahlreiche Mängel vorgeworfen werden. Kritisiert wird unter anderem, dass sie keine Strategie zur Bekämpfung der Pandemie verabschiedet habe. Außerdem sei das Pandemiegesetz, das der Regierung mehr Vollmachten gibt, zu spät ausgearbeitet worden. „Der Ausschuss ist der Ansicht, dass der Umgang der Regierung mit der Pandemie mangelhaft war“, sagte die Vorsitzende Karin Enström.

In Schweden haben sich in Bezug auf die Bevölkerungszahl sehr viel mehr Menschen mit dem Covid-19-Virus infiziert als in anderen europäischen Ländern. Die Regierung hatte lange auf Verbote verzichtet und den Menschen lediglich Empfehlungen gegeben.

Konkret beschreibt das Kontrollkomitee die unzureichenden Maßnahmen zum Schutz der Menschen in den Altersheimen. In Schweden starben vor allem zu Beginn der Pandemie sehr viele ältere Menschen. Bis Donnerstag waren insgesamt 14512 Todesfälle registriert worden, die mit einer Covid-19-Infektion in Verbindung gebracht werden.

Das Komitee kam außerdem zu dem Schluss, dass eine unklare Aufgabenverteilung dazu führte, dass das Testen und die Infektionsverfolgung nicht schnell genug in Gang kamen. Außerdem sei die Beschaffung von Schutzausrüstung nicht gut genug gewesen.

Malte Bürger

Lauterbach: Kein weiterer Lockdown in Deutschland

16:19
03.06.2021
SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach sieht auch bei möglichen neuen Corona-Ausbrüchen in Zukunft keinen Bedarf für einen weiteren Lockdown in Deutschland. „Dem wirklich guten Sommer steht im Prinzip nichts mehr entgegen“, sagte er dem Nachrichtensender „Welt“ am Donnerstag.

Er rechne zwar mit einer vierten Corona-Welle, wenn die Innenräume geöffnet werden und Leute aufeinander treffen, „die noch nicht geimpft sind und noch nicht genesen sind und möglicherweise noch nicht getestet sind“. Es würden aber keine Ausbrüche sein, „die die Dimension haben, dass wir nochmals einen Lockdown benötigen“.

Daneben äußerte Lauterbach Verständnis dafür, wenn Eltern ihre Kinder impfen lassen wollen, obwohl die Ständige Impfkommission (Stiko) keine Empfehlung für den ab 12 Jahren zugelassenen Biontech-Impfstoff ausgesprochen hat. Vom 7. Juni an können Jugendliche sich um eine Impfung bemühen.

Der Gesundheitspolitiker bedauerte im Interview zudem, dass der Impfstoff von Johnson & Johnson sich zum „Ladenhüter“ entwickelt habe. Genauso wie beim Vektor-Impfstoff von Astrazeneca seien in seltenen Fällen Sinusvenenthrombosen aufgetreten. Für eine vollständige Immunisierung benötigt das Johnson&Johnson-Vakzin jedoch nur eine Dosis, deshalb sei es Lauterbach zufolge in Amerika begehrt.

Malte Bürger