Während der Corona-Pandemie sind im vergangenen Jahr weniger Menschen wegen Schmerzen zum Arzt gegangen. Dies gehe aus mehreren Umfragen hervor, wie der Präsident der Deutschen Schmerzgesellschaft, Winfried Meißner, zum am Dienstag stattfindenden Aktionstag gegen den Schmerz sagte. Dies liege zum einen an einer Zurückhaltung aus Angst vor einer Ansteckung. Zum anderen sei dies in den Einschränkungen der medizinischen Versorgung begründet, so der Leiter der Sektion Schmerztherapie am Universitätsklinikum Jena.
Wie Patienten mit den Schmerzen im Einzelnen umgingen, wisse man nicht genau. „Manche haben sicher die Zähne zusammengebissen.“ Auch eine zunehmende Einnahme von Schmerzmitteln hält der Mediziner für möglich. Zur Frage, in welchem Umfang das der Fall war, habe man allerdings keine Daten. Grundsätzlich sei Selbsthilfe aber gut und sinnvoll, sagte Meißner. Selbsthilfevereine könnten für Menschen mit chronischen Schmerzen etwa eine gute Anlaufstelle sein.
Mittlerweile seien durch eine gewisse Entlastung der medizinischen Versorgung wieder mehr Behandlungen von Schmerzpatienten möglich. Mit Fortschreiten der Impfkampagne rechnet Meißner mit einer weiteren Entspannung.