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20210601154436

Wissenschaftler warnen Boris Johnson vor weiteren Corona-Lockerungen

10:04
01.06.2021
Mehrere Wissenschaftler haben die britische Regierung davor gewarnt, die Corona-Beschränkungen zu früh aufzuheben. Das geplante Ende aller Maßnahmen in England am 21. Juni sei „ein bisschen früh“, sagte der britische Mikrobiologe Ravi Gupta am Dienstag dem Sender „Sky News“ mit Blick auf die Ausbreitung der zunächst in Indien entdeckten Delta-Variante des Coronavirus. „Ich denke, wir brauchen mindestens ein paar Wochen - wahrscheinlich einen Monat, bis die Schulen schließen, so dass das Risiko der Übertragung in Schulen sinkt“, sagte Gupta.

„Ich fürchte, es wäre eine schlechte Entscheidung, daran festzuhalten“, sagte auch Adam Finn aus der britischen Impfkommission dem Sender LBC. Der britische Medizinerverband warnte zudem bei „Sky News“, das Gesundheitssystem könne bei stark steigenden Fallzahlen zu einer Zeit überlastet werden, in der es versuche, den Rückstau verschobener Behandlungen und Operationen abzuarbeiten.

Die Inzidenz liegt in Großbritannien mit knapp 29 noch immer recht niedrig. Allerdings hat die Zahl der Fälle der wohl sehr ansteckenden Variante B.1.617.2 in den vergangenen Wochen rapide zugenommen, sie macht mittlerweile rund drei Viertel der nachgewiesenen Fälle aus. Wissenschaftler fürchten, dass trotz der weit fortgeschrittenen Impfkampagne eine schwere dritte Welle drohen könnte.

Jan-Felix Jasch

Robert Koch-Institut stuft Corona-Risikobewertung herab

09:22
01.06.2021
Das Robert Koch-Institut (RKI) hat Deutschland in seiner Corona-Risikobewertung herabgestuft. Das gaben Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) und RKI-Chef Lothar Wieler am Dienstag in Berlin bekannt. Die Gefahrenlage werde von „sehr hoch“ auf „hoch“ heruntergestuft, sagte Spahn. Am 11. Dezember sei sie hochgestuft worden. Angesichts der über Tage niedrigeren Inzidenzen, der sinkenden Infektionszahlen und der Entspannung auf den Intensivstationen in Deutschland sei dieser Schritt möglich. „Die Lage wird besser, sie wird deutlich besser“, sagte Spahn, „aber wir sind noch mitten in dieser Pandemie“. Von 412 Landkreisen haben sich nun nur noch in vier mehr als 100 von 100 000 Menschen in den vergangenen sieben Tagen mit dem Corona-Virus angesteckt.

Jan-Felix Jasch

DGB-Chef Hoffmann knüpft Homeoffice-Pflicht an Impf-Fortschritt

09:18
01.06.2021
Der Vorsitzende des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB), Reiner Hoffmann, hat sich trotz sinkender Corona-Inzidenzwerte gegen ein baldiges Auslaufen der Homeoffice-Pflicht ausgesprochen. „Auch wenn die Infektionszahlen endlich zurückgehen - es wäre unverantwortlich, jetzt alle wirkungsvollen Mechanismen des Infektionsschutzes über Bord zu werfen“, sagte Hoffmann dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (Dienstag). Gerade die Unternehmen stünden im besonderen Maße in der Pflicht, für einen wirksamen Arbeits- und Gesundheitsschutz zu sorgen. Dieser beinhalte zweifelsohne auch die Möglichkeit, im Homeoffice zu arbeiten. „Solange nicht ein Großteil der Beschäftigten vollständig geimpft ist, dürfen sich die Arbeitgeber nicht aus der Verantwortung ziehen.“

Die vergangenen Monate hätten gezeigt, dass mobiles Arbeit in einem weit größeren Umfang möglich sei, als bisher angenommen - aber auch die Schattenseiten offengelegt, sagte der DGB-Chef. Deswegen fordere der DGB einen gesetzlichen Regelungsrahmen für mobiles Arbeiten. Stärkere Mitbestimmungsrechte spielten eine zentrale Rolle. Dort, wo Mitbestimmung und Tarifbindung funktionierten, seien bereits vor der Krise, aber auch in den letzten Monaten passgenaue Vereinbarungen zur Regelung mobilen Arbeitens abgeschlossen worden.

Jan-Felix Jasch