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20210529094519

Virologe Streeck rechnet nicht mit baldiger Herdenimmunität

09:14
29.05.2021
Der Virologe Hendrik Streeck rechnet in Deutschland nicht mit einer Herdenimmunität gegen das Coronavirus bis Herbst. „Ich bin skeptisch. Wir haben es ja nicht mit Impfstoffen zu tun, die vollständig vor einer Infektion schützen“, sagte Streeck. Auch Geimpfte mit hoher Antikörperreaktion könnten sich mit dem Virus infizieren und es an andere weitergeben. „Nur seltener“, sagte Streeck. Das Robert Koch-Institut schreibt dazu, dass die in Deutschland verwendeten Impfstoffe Infektionen in „erheblichem Maße verhindern“ und „das Risiko einer Virusübertragung stark vermindern“.

Streeck wies zudem darauf hin, dass die Immunantwort mit der Zeit nachlassen dürfte. „Wie stark der Effekt ist, wird man erst im Herbst bemessen können.“

Herdenimmunität bedeutet, dass in einer Bevölkerung so viele Menschen immun gegen ein Virus sind, dass es sich nicht weiter ausbreiten kann. Immun können Menschen nach durchgemachter Krankheit oder einer Impfung sein.

Zudem müssten für eine Herdenimmunität theoretisch auch Kinder geimpft werden, sagte Streeck. „Aber deshalb jetzt alle Kinder zu impfen, hielte ich für den falschen Ansatz.“ Es gehe um eine Güterabwägung bei jeder einzelnen Person. „Kinder erkranken erfreulicherweise sehr selten schwer an Covid-19. Diejenigen, die einen schweren Verlauf hatten, hatten in der Regel auch schwere Vorerkrankungen.“

Das Risiko einer schweren Erkrankung bei gesunden Kindern durch Covid-19 sei anders als bei kranken Kindern sehr gering. „Bei Kindern mit Vorerkrankungen ist eine Impfung sinnvoll“, sagte Streeck.

Handel dringt auf bundesweite Öffnung der Geschäfte ohne Corona-Test

09:04
29.05.2021
Angesichts der sinkenden Zahl an Neuinfektionen mit dem Coronavirus fordert der Handelsverband Deutschland (HDE) eine flächendeckende Öffnung der Geschäfte. „Die Politik braucht jetzt einen klaren Plan, wir dürfen uns nicht im Klein-Klein verlieren“, sagte HDE-Hauptgeschäftsführer Stefan Genth dem „Handelsblatt“. Die wissenschaftlichen Erkenntnisse zu einer geringen Infektionsgefahr beim Einkauf seien zudem klar. Deshalb müssten die Einzelhändler „in ganz Deutschland ohne Test- und Terminpflicht wieder öffnen können“, forderte Genth.

Es sei gut, dass einzelne Regionen bereits vorangegangen seien, jetzt müssten die anderen rasch nachziehen, fügte er hinzu. Das gebiete auch die Fairness gegenüber der gesamten Branche. „Zudem müssen die Impfungen weiter auf Hochtouren laufen, um so schnell wie möglich wieder weitere Normalität in die Innenstädte einziehen lassen zu können“, mahnte der HDE-Hauptgeschäftsführer. Es dürfe hier nicht zu Verzögerungen kommen. „Das halten die Unternehmen nicht mehr aus“, sagte Genth. „Ganze Stadtzentren drohen zu veröden.“