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Umfrage: Hälfte der Eltern würde Kinder gegen Corona impfen lassen

05:03
28.05.2021
Rund die Hälfte der Familien in Deutschland will ihre Kinder voraussichtlich gegen das Coronavirus impfen lassen, sobald dies möglich ist. Das geht aus einer repräsentativen Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Civey im Auftrag der „Augsburger Allgemeinen“ (Freitag) hervor. Demnach sind 51 Prozent der Befragten, bei denen Kinder im Haushalt leben, für eine Impfung des Nachwuchses, 40 Prozent der Erziehungsberechtigten lehnen die Schutzimpfung für die Kinder dagegen derzeit ab. Der Rest äußerte sich unentschieden.

Bund und Länder hatten sich am Donnerstag darauf verständigt, dass ab dem 7. Juni auch Kinder ab zwölf Jahren in Deutschland mit dem Impfstoff von Biontech/Pfizer geimpft werden können. Voraussetzung ist, dass die EU-Arzneimittelbehörde EMA den Impfstoff für diese Altersgruppe freigibt. Sie will an diesem Freitag darüber beraten. Bisher ist das Präparat in der EU nur für Menschen ab 16 Jahren zugelassen, die anderen Impfstoffe sogar nur für Erwachsene.

In der Umfrage wurde nicht nach dem Alter der Kinder differenziert, sondern grundsätzlich nach der Impfbereitschaft von Eltern gefragt. 37 Prozent der Befragten gaben an, ihre Kinder „auf jeden Fall“ impfen lassen zu wollen, weitere 14 Prozent antworteten mit „eher ja“. Ein Drittel erklärte, dies „auf keinen Fall“ zu tun. 47 Prozent der Frauen lehnen demnach eine Impfung für ihren Nachwuchs ab, bei den Männern sind es 35 Prozent.

Ein Unterschied zeigt sich auch zwischen Ost und West: Demnach überwiegt bei ostdeutschen Familien mit 53 Prozent die Ablehnung, im Westen will mit 54 Prozent die Mehrheit die eigenen Kinder impfen lassen.

Erkenntnisse aus Pandemie-Übung von 2007 in Corona-Krise unzureichend umgesetzt

04:56
28.05.2021
Der Koordinator der letzten großen bundesweiten Pandemie-Übung 2007 beklagt eine unzureichende Umsetzung der damaligen Erkenntnisse in der heutigen Corona-Krise. Mit Blick auf die aktuelle Seuche sagt Wolfgang Grambs: „Wir sind eigentlich nie vor die Lage gekommen.“ Etwa bei Impfungen und Schulschließungen habe Deutschland zu spät und nicht optimal gehandelt. Bei einer besseren Umsetzung der Empfehlungen von 2007 wäre das Land nicht „relativ unvorbereitet“ in eine Krise geschlittert, die sich anders als ein Stromausfall über Wochen angekündigt habe - etwa mit negativen Nachrichten aus China.

Nach einer zweijährigen Vorbereitung hatten Behörden von Bund und Ländern, Unternehmen und andere Organisationen bei der zweitägigen Abschlussübung „Lükex 2007“ den Ausbruch einer Supergrippe mit 27 Millionen Kranken und mehr als 100 000 Toten simuliert. Der Kommandostand war in der Akademie für Krisenmanagement, Notfallplanung und Zivilschutz in Bad Neuenahr-Ahrweiler im nördlichen Rheinland-Pfalz eingerichtet. Laut dem Abschlussbericht traten „Schwachstellen“, „Defizite“ und „Missverständnisse“ zutage. Das Papier formuliert zahlreiche Handlungsempfehlungen.

Dazu zählt etwa die Aufforderung zu kontinuierlichen Folgeübungen und Fortbildungen. Doch dazu ist es laut Grambs zu wenig gekommen: „Es fehlt eine nationale Übungskultur.“ Dieses Defizit und ständige Personalwechsel führten zum Verlust von Wissen und Erfahrungen: „Viele Krisenmanager wurden so im Frühjahr 2020 kalt erwischt.“