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Spahn will Kinder-Impfung auch ohne Stiko-Empfehlung anbieten

07:55
26.05.2021
Bundesgesundheitsminister Jens Spahn setzt weiterhin auf Corona-Schutzimpfungen für ältere Kinder und Jugendliche, auch wenn die Ständige Impfkommission (Stiko) dafür keine allgemeine Empfehlung aussprechen sollte. Die Stiko gebe eine Empfehlung, sagte der CDU-Politiker in der Sendung „Frühstart“ bei RTL/ntv. „Im Lichte dieser Empfehlung können dann die Eltern mit ihren Kindern, den Ärztinnen und Ärzten die konkreten Entscheidungen treffen, ob jemand geimpft wird oder nicht.“ Dies sei eine individuelle Entscheidung.

Der Hersteller Biontech/Pfizer hat eine Zulassung seines Präparats ab zwölf Jahren bei der europäischen Arzneimittelbehörde (EMA) beantragt. Mit einer Entscheidung wird noch bis Ende Mai gerechnet. Die Stiko behält sich aber eigene Klärungen für eine mögliche Impfempfehlung vor. Ihr Mitglied Rüdiger von Kries erwartet derzeit nicht, dass es eine allgemeine Impf-Empfehlung für alle Kinder geben wird.

Spahn sagte: „Der Impfstoff wäre dann, wenn die Europäische Arzneimittelagentur das macht, ein zugelassener Impfstoff auch für diese Altersgruppe.“ Schon vor Beginn der Sommerferien solle den ersten Kinder und Jugendlichen dann ein Impfangebot gemacht werden, erklärte er. „Wenn die Zulassung da ist, werden wir dann nach und nach - nicht allen auf einmal - Kindern und Jugendlichen über zwölf Jahren ein Angebot machen, sich impfen zu lassen.“

Eine Impfung als Voraussetzung zur Teilnahme am Präsenzunterricht lehnte der Gesundheitsminister jedoch ab: „Ich sehe nicht, dass wir eine verpflichtende Impfung haben werden für den Schulbesuch.“

Schulleiter in Niedersachsen unterstützen Impfen von Schülern

06:48
26.05.2021
Die geplanten Corona-Erstimpfungen für Schüler ab zwölf Jahren noch vor den Sommerferien stoßen bei den Schulleitern in Niedersachsen auf Zustimmung. Verbandsvorstand René Mounajed sehe dies als möglichen „großen Schritt zu mehr Normalität“, berichtete der Norddeutsche Rundfunk am Mittwoch. Es habe hohe Priorität, dass bei weiteren Impffortschritten nun die Gesundheit der Schüler stärker in den Blick genommen werde. Der Schulleitungsverband unterstütze daher das Vorhaben der Landesregierung zum Impfen an den Schulen.

Falls der Wirkstoff von Biontech/Pfizer für die Altersgruppe ab zwölf Jahren zugelassen wird und die Ständige Impfkommission (Stiko) eine Empfehlung abgibt, soll die Kampagne anlaufen. Gesundheitsministerin Daniela Behrens (SPD) hatte das Konzept am Dienstag vorgestellt.

Vorerst gab sich die Stiko mit Verweis auf die noch unvollständige Datenlage zu Corona-Risiken für Kinder jedoch zurückhaltend. Zudem müsste das Land vom Bund wohl viele zusätzliche Dosen für den Plan zur Impfung von Schülern zugeteilt bekommen. Der Kinderarzt Thomas Buck, Mitglied im Vorstand der Landesärztekammer, warnte in der „Hannoverschen Allgemeinen Zeitung“: „Wir Kinderärzte wissen nicht recht, was wir von diesem Schnellschuss halten sollen.“

Kultusminister Grant Hendrik Tonne (SPD) warb bei Eltern und Schülern darum, das geplante Angebot zu nutzen, um wieder einen sicheren Betrieb der Schulen zu ermöglichen. Es bleibe aber eine freie Entscheidung. Die Impfaktion könnte demnach im Juli beginnen, die Zweitimpfung dann Ende August bis Anfang September folgen.

Der Verband Niedersächsischer Lehrkräfte hatte zu bedenken gegeben, dass im Moment noch nicht alle Beschäftigten an den Schulen geimpft seien. Es fehlten auch Überlegungen, wie mit nicht-geimpften Schülern verfahren werden soll - etwa auf Klassenfahrten. Solche Fragen müssten vor einer Impfkampagne für Schüler erst noch geklärt werden.