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Aida eröffnet Kreuzfahrtsaison ab Kiel mit Ostseetour

15:35
22.05.2021
Die krisengeschüttelte Kreuzfahrtbranche startet nach mehrmonatiger Coronapause in Deutschland in die Saison. Den Anfang sollte am Samstagabend in Kiel die „Aidasol“ der Carnival-Tochter Aida Cruises machen. Das Schiff ist nach Angaben der Reederei ausgebucht und sollte mit rund 900 Passagieren an Bord zu einer Kurztour in die Ostsee aufbrechen.

Am Pfingstsonntag folgt Tui Cruises mit „Mein Schiff 1“. Das Gemeinschaftsunternehmen des Tourismusriesen Tui und des Kreuzfahrtkonzerns Royal Caribbean startet wie Aida eine „Blaue Reise“, bei der die Urlauber zunächst ohne Landgang die ganze Zeit auf der Ostsee bleiben. Nach dem ersten Corona-Schock und dem sommerlichen Neustart 2020 sowie dem erneuten Lockdown im Herbst ist dies der zweite Anlauf, mit dem die Reedereien an den jäh unterbrochenen langjährigen Kreuzfahrtboom anknüpfen wollen.

Den „Neustart 2.0“ in Kiel verdankt die Kreuzfahrtindustrie den sinkenden Zahlen von Corona-Neuinfektionen in Schleswig-Holstein. Das Land zwischen Nord- und Ostsee hat seit längerem mit Abstand die niedrigsten Werte in Deutschland. Die Landesregierung hatte deswegen den Tourismus Mitte Mai geöffnet - unter strengen Vorgaben dürfen Reisende überall ins Land. „Dies ist ein wichtiger und richtiger Schritt. Der Seetourismus ist von großer regionalwirtschaftlicher Bedeutung und gibt den Menschen ein Stück Freiheit zurück“, sagte der Geschäftsführer der Seehafen Kiel GmbH, Dirk Claus.

Max Seidenfaden

Merkel mahnt bei Corona Verantwortungsbewusstsein an

14:39
22.05.2021
Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat angesichts der Lockerungen der Corona-Schutzmaßnahmen zu einem verantwortungsvollen Umgang mit den wiedergewonnenen Freiheiten aufgerufen. „Jetzt, Ende Mai, nach 15 Monaten und einer schweren dritten Welle, haben wir endlich viele Gründe, optimistisch zu sein; vor allem natürlich, weil die Impfkampagne jetzt mit so viel Schwung läuft. Aber besiegt haben wir das Virus noch nicht“, sagte sie in ihrer am Samstag im Internet veröffentlichten wöchentlichen Videobotschaft.

„Täglich gibt es Tausende von Neuansteckungen, und täglich sterben auch Menschen an Corona.“ Neue Virusvarianten müssten sehr wachsam beobachtet werden, sagte Merkel. „Es bleibt daher unsere gemeinsame Aufgabe, mit Freiheiten auch verantwortungsvoll umzugehen und aufeinander Rücksicht zu nehmen. Schutz und Achtung der Würde jedes einzelnen Menschen sind mit sehr gutem Grund in unserem Grundgesetz unantastbar festgeschrieben.“

In ihrer Botschaft anlässlich des Tags des Grundgesetzes an diesem Sonntag verteidigte Merkel zugleich die zur Eindämmung der Corona-Pandemie beschlossenen Grundrechtseinschränkungen. „Wo Leben und Gesundheit auf dem Spiel stehen, sind zumindest zeitweise solche Einschränkungen erlaubt. Regierungen und Gesetzgeber sind dabei aber daran gebunden, verhältnismäßig vorzugehen und Einschränkungen zeitlich auf das absolut nötige Maß zu beschränken - so wie wir es getan haben“, erklärte sie. „Das Grundgesetz garantiert zum Glück aber auch, dass über diese wie über jede Maßnahme der Regierungen diskutiert und gestritten werden kann. Es ist gut und zutiefst demokratisch, dass das seit Beginn der Pandemie immer wieder auch geschehen ist. Im Bundestag, in den Landesparlamenten, in den Medien und in der Öffentlichkeit.“

Jan-Felix Jasch