In der Kirche Sankt Antonius in Castrop-Rauxel sind am Mittwoch rund 250 Menschen gegen das Coronavirus geimpft worden. Die Aktion einer örtlichen Hausärztepraxis werde im Wochenrhythmus fortgeführt, sagte Pfarrer Bernhard Dlugosch der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA). Zeitweise seien in der Kirche vier Mediziner und fünf Helfende im Einsatz gewesen und hätten dort das Vakzin verabreicht. Der katholische Geistliche kündigte an, Sankt Antonius auch für die Zweitimpfungen zu öffnen. Die Aktion sei eine gute Tat an den Menschen.
Die Idee für das Impfzentrum in der Kirche hatte der ortsansässige Neurologe Magnus Heier. Er befürchte, dass sich die Wartezimmer der niedergelassenen Ärzte bald zu Hotspots entwickeln könnten, sagte er der KNA. Denn viele Praxen könnten die Corona-Hygieneregeln - etwa Abstand halten und lüften - nicht optimal einhalten.
Eine Lösung sind laut Heier Kirchen mit ihren hohen und großen Räumen sowie mit mehreren Ein- und Ausgängen. Oft seien die Gebäude auch zentral gelegen und für Patienten gut zu erreichen. Die Hygieneanforderungen ans Impfen würden sie meist erfüllen, denn Gottesdienste müssten derzeit ohnehin unter Corona-Auflagen stattfinden. "Es bedarf keiner Vorbereitung, denn die Kirchen sind ja quasi alle vorbereitet", so der Facharzt. Er hoffe, dass das Beispiel deutschlandweit Schule macht.
Patrick Reichelt