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20210516132220

Steinmeier: Soziale Folgen des Coronavirus werden noch bleiben

10:20
16.05.2021
Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier
hat dazu aufgerufen, die soziale Dimension der Corona-Pandemie im Auge zu behalten. „Die sozialen Folgen des Virus werden nicht einfach so verschwinden, mit der letzten Impfung, der letzten Maßnahme“, sagte Steinmeier am Sonntag in einem Grußwort zum Abschluss des Ökumenischen Kirchentags in Frankfurt. Nicht alles werde nach der Pandemie wieder so sein wie vorher. „Aber Familie und Freunde wieder zu treffen, einander wieder die Hände zu reichen, einander wieder zu umarmen, wieder Gottesdienste und Kirchentage zu feiern, wie wir sie kannten – all das wünschen wir uns wieder.“

Es gelte aber auch, die Wunden zu heilen, die Corona in der Gesellschaft geschlagen habe. „Wir haben erbittert gestritten – über Virus und Maskenpflicht, über Beschränkung und Lockerung, über Kita und Schule, über Impfstoffe und Impfreihenfolge“, sagte Steinmeier. „Bei vielen ist die Geduld erschöpft, die Nerven liegen blank. Freundschaften sind zerbrochen, Familien entzweit worden, tiefe Risse gehen durch unsere Gesellschaft.“

Der Ökumenische Kirchentag habe gezeigt, dass katholische und protestantische Christen mehr verbinde als sie trenne. Das gelte auch für die Gesellschaft als Ganze. „Der Prozess der gesellschaftlichen Versöhnung wird länger dauern als die 15 Monate, die hinter uns liegen“, sagte Steinmeier. Die Zukunft gewinne man nicht mit Abschottung, Rechthaberei und Gesprächslosigkeit. „Wir müssen wieder Brücken bauen zwischen Menschen und Gruppen, die die Pandemie verfeindet hat. Wir müssen nicht alle einer Meinung sein – aber wir brauchen einander.“

Patrick Reichelt

NRW-Staatssekretärin für Integration Güler warnt vor Stigmatisierung

09:14
16.05.2021
Nordrhein-Westfalens Staatssekretärin für Integration, Serap Güler (CDU), warnt vor der zunehmenden Stigmatisierung vermeintlich impfunwilliger Migrantinnen und Migranten in Deutschland. „Paradoxerweise zeigen viele Erfahrungsberichte, dass Impfskepsis unter Bessergestellten stärker verbreitet ist“, sagte Güler dem „Tagesspiegel“ (Sonntag). Nach Gesprächen mit migrantischen Selbstorganisationen und Hausärzten habe sich gezeigt, dass die Skepsis in den migrantischen Gemeinden nicht höher sei als in vielen anderen Gruppen der Gesellschaft.

Es gebe teilweise jedoch Verschwörungserzählungen, die sich verfestigten - wie der Glaube mancher junger Frauen, dass Impfstoffe gegen das Coronavirus unfruchtbar machten oder geimpfte Geflüchtete schneller abgeschoben würden. „Beides ist natürlich absoluter Quatsch“, sagte Güler.

Patrick Reichelt

Corona-Infektionslage in Niedersachsen entspannt sich weiter

08:23
16.05.2021
Das Corona-Infektionsgeschehen in Niedersachsen schwächt sich weiterhin deutlich ab. Am Sonntag wurden nach Daten des Robert Koch-Instituts (RKI) 623 Neuinfektionen im Vergleich zum Vortag registriert. Die landesweite Sieben-Tage-Inzidenz sank auf 59,1 - so viele Menschen steckten sich pro 100 000 Einwohner innerhalb einer Woche mit dem Virus an. Außerdem wurden vier weitere Todesfälle gemeldet. Die höchsten Werte verzeichneten am Sonntag die Stadt Emden (130,2) und der Landkreis Cloppenburg (104,3) - alle anderen Kommunen lagen unter dem kritischen Wert von 100. Besonders niedrig war das Infektionsgeschehen im Landkreis Uelzen (18,4), der Stadt Wilhelmshaven (23,7) und im Landkreis Helmstedt (28,5).

Mehr als drei Millionen Menschen oder 37,7 Prozent der niedersächsischen Bevölkerung haben bereits mindestens die Erstimpfung gegen Covid-19 erhalten.

Im Land Bremen lag die Sieben-Tage-Inzidenz laut RKI am Sonntag bei 62,5: Die Stadtgemeinde Bremen hatte einen Wert von 61,0 und Bremerhaven 70,4.

Das RKI wies darauf hin, dass bei der Interpretation der Fallzahlen zu beachten sei, dass an Feier- und Brückentagen weniger Menschen einen Arzt aufsuchen, wodurch auch weniger Proben genommen und weniger Laboruntersuchungen durchgeführt werden.

Patrick Reichelt