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350 bis 800 Stunden Unterrichtsausfall pro Schüler durch Corona

09:23
15.05.2021
Nach Schätzungen des Deutschen Lehrerverbands sind seit Beginn der Pandemie durchschnittlich zwischen 350 und 800 Stunden Präsenzunterricht für jeden Schüler ausgefallen. "Das ist im Schnitt wohl ein halbes Schuljahr", sagte Verbandspräsident Heinz-Peter Meidinger der "Bild"-Zeitung (Samstag).

In Hamburg zum Beispiel seien durch weitgehende Schulschließungen insgesamt 540.000 Stunden ausgefallen, meldete die Zeitung weiter und berief sich dabei auf die zuständige Schulbehörde. Homeschooling und Distanzunterricht seien in diesen Zahlen nicht eingerechnet.

"Wir brauchen differenzierte Lösungen, begleitende Zusatzangebote am Nachmittag im nächsten Schuljahr, aber auch Angebote am Wochenende und in den Ferien", forderte Meidinger: "Das kann auch digitale Nachhilfe sein."

Noch wisse aber niemand, woher angesichts des Lehrermangels die zusätzlichen Kräfte für die Lernförderung kommen sollten, ergänzte der Verbandspräsident: "Ohne Lehramtsstudierende und Lehrkräfte, die schon in Rente oder Pension sind, wird es nicht gehen." Die Angebote müssten für die Schüler aber verpflichtend sein

Patrick Reichelt

Ärztekammerpräsidentin: Jugendliche und junge Eltern schneller impfen

08:18
15.05.2021
Niedersachsens Ärztekammerpräsidentin Martina Wenker hat gefordert, Jugendliche und junge Eltern bei den Corona-Impfungen vorzuziehen. Im Interview mit der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ (NOZ) sprach Wenker von einer „Frage der Generationengerechtigkeit“, weil neben den alten Menschen besonders Junge die stärksten Einschränkungen hinnehmen müssten. „Seit gut einem Jahr ist deren Leben fast auf null gefahren; kein ordentlicher Schulunterricht mehr, kein Sport und so weiter.“ Es sei den jungen Menschen gegenüber nicht gerecht, wenn nun mittelalten Menschen durch die Impfung der Sommerurlaub auf Mallorca ermöglicht werde, wohingegen sie selbst sich weiter einschränken müssten.

Wenker schlug vor, Jugendliche ab 16 zu impfen. Mangels Impfstoff für Kinder sollten darüber hinaus deren Eltern geimpft werden, um gleichsam auch den Kindern eine Rückkehr in einen Post-Corona-Alltag zu ermöglichen. „Wir müssen einen Schutzwall um die Kinder bauen: Lehrer und Erzieher werden bereits geimpft, kommen auch noch die Eltern hinzu, dann steht der Schutzwall.“

Dann sei sichergestellt, dass infizierte Kinder ihre Eltern nicht anstecken könnten. Denn bei diesen sei die Chance auf einen schweren Krankheitsverlauf deutlich höher als bei den Kindern selbst, die in der Regel nicht schwer an Corona erkrankten. Wenker regte an, für Jugendliche und junge Eltern eine vierte Priorisierungsgruppe zu schaffen, bevor dann die Impfungen für alle freigegeben werden.

Patrick Reichelt