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Spahn: Inzidenzwert unter 100 gibt Zuversicht

11:12
14.05.2021
Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hat die weiter sinkende Zahl der Corona-Neuinfektionen in Deutschland als ermutigend bezeichnet. Die Tatsache, dass die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz erstmals seit dem 20. März wieder unter die Schwelle von 100 gesunken sei, gebe Anlass zur Zuversicht, sagte er am Freitag beim Besuch der Bundeswehrapotheke in Quakenbrück (Landkreis Osnabrück). Die Lage sei aber bundesweit sehr unterschiedlich, denn es gebe Landkreise mit einem Inzidenzwert von 35, aber auch solche mit über 200.

Spahn betonte, ihm sei es wichtig, dass, wenn geöffnet werde bei einer Inzidenz unter 100, dies zuerst im Außenbereich geschehe. Dies gelte für die Außengastronomie oder kleine Konzerte oder ein Fußballspiel mit ausgedünnter Teilnehmerzahl und Abstands- und Hygienekonzept. „Ich kann nur bei den Ländern und Landkreisen dafür werben, dass wir insbesondere bei der Innengastronomie warten, bis wir unter 50er Inzidenzen sind.“ Wenn sich mehrere Menschen länger im Innenraum ohne Maske aufhielten, sei dies die Mischung, die es dem Virus leicht mache, sich zu verbreiten.

Mit Blick auf den Sommerurlaub verwies Spahn auf die derzeitige Empfehlung, noch soweit möglich auf nicht notwendige Reisen zu verzichten. Das werde man bei einem niedrigen Infektionsgeschehen zum Sommer hin sicher lockern können. „Ich verstehe die Sehnsucht, aber wir sind eben noch in der Pandemie.“ Deshalb solle man sich Länder aussuchen, die auch niedrige Inzidenzwerte aufwiesen. Im Zweifel sei es aber nicht die weite Reise, sondern „eher Nordsee als die Südsee“.

Patrick Reichelt

Niedersachsen: Termine für Erstimpfungen sollen bleiben

10:30
14.05.2021
Trotz der Ankündigung, dass die Corona-Erstimpfungen vielerorts in Niedersachsen zugunsten der Zweitimpfungen ausgesetzt werden müssen, rechnet die Landesregierung nicht mit Terminabsagen im großen Stil. „Wir gehen nicht davon aus, dass hier großflächig Impfungen abgesagt werden müssen, die bereits terminiert und mit Impfstoff hinterlegt waren“, sagte eine Sprecherin des Gesundheitsministeriums am Freitag in Hannover. Allerdings verschiebe sich der Fokus stärker auf die Zweitimpfungen. Kommende Woche soll es demnach 57 000 Erstimpfungen in den Impfzentren geben.

Die Landesregierung hatte im Frühjahr beschlossen, die Reserven für Zweitimpfungen zu verringern, um mit den Erstimpfungen schneller voranzukommen. Mittlerweile müssen jedoch nun erst viele Menschen ihre zweite Spritze bekommen, bevor wieder genug Impfstoff für alle neuen Impfberechtigten da ist. Erst ab Anfang Juni sollen wieder verstärkt Erstimpfungen möglich sein, hieß es am Mittwoch. Die Opposition reagierte empört und sprach von einem Impfdebakel.

Die kommunalen Impfzentren sollen derweil immer mehr von den Arztpraxen abgelöst werden. „Der Bund hat, als er die Impfzentren im letzten Jahr eingerichtet hat, ganz klar kommuniziert, dass das eine Einrichtung im Rahmen der Krisenbewältigung ist und die Impfzentren befristet tätig sein werden“, erklärte die Ministeriumssprecherin. „Bis zum 30. September sind die Impfzentren finanziert vom Bund und werden auch mindestens so lange mit Impfstoff beliefert.“ Danach seien die Arztpraxen voraussichtlich in der Lage, die Impfkampagne allein zu übernehmen.

Max Seidenfaden