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IHK fordert Öffnung des Tourismus für Gäste aus anderen Bundesländern

19:06
10.05.2021
Zum Start der touristischen Saison unter Corona-Bedingungen ist nach einer Umfrage der IHK Niedersachsen (IHKN) ein Großteil der Beherbergungsbetriebe zunächst skeptisch. Insgesamt gaben 54 Prozent der Unternehmerinnen und Unternehmer von Hotels, Gasthöfen und Pensionen, Jugendherbergen, Campingplätzen sowie Ferienhäusern und -wohnungen an, am Montag noch nicht für touristische Übernachtungen zu öffnen, wie es in einer Mitteilung hieß. Bei Hotels seien es sogar 66 Prozent der Befragten, bei Ferienhäusern und –wohnungen lediglich 36 Prozent. Der Hauptgrund, noch nicht zu öffnen, seien wirtschaftliche Gründe. Dies hätten 47 Prozent der Betriebe angegeben.

Ein Grund dafür sei die Landeskinderregelung, denn für viele Hoteliers seien Urlauber aus anderen Bundesländern überlebenswichtig. „Es ist nicht zu vermitteln, warum Gäste aus anderen Bundesländern ausgeschlossen werden, wenn sie doch mit einem negativen Test anreisen und auch vor Ort getestet werden. Dann sollte doch die Inzidenz im Herkunftsort irrelevant sein“, sagte IHKN-Hauptgeschäftsführer Hendrik Schmitt. Die IHK begrüßt die Ankündigung der Landesregierung, Übernachtungen in der nächsten Lockerungsstufe auch für auswärtige Gäste zu ermöglichen.

Neben der fehlenden Wirtschaftlichkeit sehen 32 Prozent der Betriebe die kurze Vorlaufzeit als zweitgrößtes Problem. Die Öffnungsperspektive wurde erst am 4. Mai von der Landesregierung angekündigt. „Das ist für viele Betriebe viel zu kurzfristig. Im Schnitt braucht ein Hotel beispielsweise zwei bis drei Wochen, um wieder hochzufahren. Auch verschärft sich derzeit die Arbeitsmarktsituation. Viele Saisonkräfte stehen aufgrund des späten Starts nicht mehr zur Verfügung“, sagte IHKN-Tourismussprecher Arno Ulrichs.

Die Umfrage ergab auch, dass der Großteil der Beherbergungsunternehmen eine tägliche Testpflicht für nicht umsetzbar hält. Bei den Campingplätzen gaben dies sogar 96 Prozent der Befragten an. „Es freut uns daher sehr, dass die Landesregierung in diesem Punkt auf die Wirtschaft gehört hat und eine tägliche Testpflicht nicht wie angekündigt in die neue Verordnung aufgenommen hat“, ergänzte Hendrik Schmitt.

Ein Teil der derzeit noch geschlossenen Betriebe habe ein Öffnungsdatum vor Augen. So wolle knapp ein Drittel noch vor Pfingsten öffnen, ein Drittel Anfang Juni. An der Umfrage der IHK nahmen bis Sonntag knapp 700 Beherbergungsbetriebe teil.

Michael Rabba

Ab Mitte Mai bis zu 10 000 Zuschauer in englischen Stadien erlaubt

18:31
10.05.2021
In englischen Stadien dürfen bei größeren Sportveranstaltungen vom 17. Mai an wieder mehrere tausend Zuschauer teilnehmen. Premierminister Boris Johnson bestätigte am Montag in London die geplanten Öffnungsschritte, die neben gelockerten Kontaktbeschränkungen Neustarts in vielen Bereichen umfassen. Die Infektionslage in Großbritannien hat sich in den vergangenen Monaten deutlich entspannt, die Sieben-Tage-Inzidenz liegt bei rund 21.

Johnsons Weg aus dem Lockdown sieht für diese Lockerungsphase in den größten Outdoor-Sportstätten, in denen Abstandhalten möglich ist, bis zu 10 000 Zuschauer vor. Die letzten beiden Spieltage der Premier League können somit nach langer Zeit wieder vor einem großen Publikum stattfinden. Medienberichten zufolge könnten sogar pro Spiel bis zu 500 auswärtige Fans erlaubt sein.

Michael Rabba

Niedersachsen: Arztpraxen brauchen Biontech zunächst für Zweitimpfungen

17:58
10.05.2021
Die Arztpraxen in Niedersachsen sollen in der kommenden Woche insgesamt 260 000 Dosen Corona-Impfstoff bekommen. „Das ist mehr als im April, stagniert jetzt aber seit drei Wochen auf diesem Niveau und soll ab Juni gesteigert werden“, sagte der Sprecher der Kassenärztlichen Vereinigung Niedersachsen (KVN), Detlef Haffke, am Montag. Ihm zufolge erhalten die Praxen insgesamt 160 000 Dosen des Herstellers Biontech und 100 000 Dosen des Herstellers Astrazeneca. Der Biontech-Wirkstoff wird Haffke zufolge vor allem für Zweitimpfungen gebraucht. Astrazeneca dagegen könne vor allem für Erstimpfungen verwendet werden. Bei Biontech wird zwischen den zwei Spritzen ein Abstand sechs Wochen, bei Astrazeneca ein Abstand von zwölf Wochen empfohlen.

Für Impfungen mit dem Präparat von Astrazeneca ist die Priorisierung mit einer festen Vorrangliste inzwischen aufgehoben worden. Die Ärzte und Ärztinnen entscheiden, wer wann mit dem Impfen dran ist. Die Ständige Impfkommission empfiehlt den Einsatz für Menschen ab 60 Jahren, da in jüngeren Altersgruppen selten teils tödliche Blutgerinnsel im Gehirn aufgetreten sind. Für Jüngere ist die Impfung mit dem Präparat nach ärztlicher Aufklärung über die Risiken möglich.

Max Seidenfaden