Letztes Update:
20210508131546

Biontech will armen Ländern Impfstoff günstiger geben

11:37
08.05.2021
Der Impfstoffhersteller Biontech hält eine Patentfreigabe für nicht zielführend, will armen Ländern aber beim Preis entgegenkommen. „Wir werden weiterhin Länder mit niedrigem oder unterem mittleren Einkommen mit unserem Impfstoff zu einem nicht gewinnorientierten Preis versorgen“, teilte das Unternehmen am Samstag in Mainz mit.

Man sei überzeugt, dass der kontinuierliche Ausbau der Produktionskapazitäten dazu beitragen werde, diese Pandemie zu beenden. „Um dies zu erreichen, müssen Regierungen, Hersteller sowie internationale und nationale Organisationen gemeinsam die Versorgung von Ländern mit niedrigem und niedrigem mittleren Einkommen aus den bereits bestehenden Produktionsstätten unterstützen und helfen, neue zertifizierte Standorte zu identifizieren.“

Patente seien „nicht der begrenzende Faktor für die Produktion oder Versorgung mit unserem Impfstoff“, sagte eine Sprecherin. Die Herstellung von Impfstoffen sei ein komplexer Prozess. Wenn die Anforderungen nicht erfüllt seien, könnten Qualität, Sicherheit und Wirksamkeit des Impfstoffs leiden. Eine Meldung, wonach Biontech vorübergehend auf den Patentschutz für den Corona-Impfstoff verzichte, sei nicht zutreffend.

Jan-Felix Jasch

Corona-Impfstoff: EU sieht keine „Wunderlösung“ in Patentfreigabe

11:07
08.05.2021
Die Europäische Union sieht im US-Vorstoß zur Freigabe von Patenten keine „Wunderlösung“ zur Versorgung der Welt mit Corona-Impfstoff. Dies erklärte EU-Ratschef Charles Michel am Samstag beim EU-Gipfel im portugiesischen Porto. Zugleich warb er für die rasche Aufhebung von Exportschranken. Dennoch sei die EU gesprächsbereit, sobald ein konkreter Vorschlag aus den USA vorliege.

Die 27 EU-Staaten hatten am Freitagabend über den überraschenden Vorstoß von US-Präsident Joe Biden beraten. Würden Patente aufgehoben, könnten Hersteller weltweit ohne Lizenzgebühren die Corona-Impfstoffe produzieren. Bundeskanzlerin Angela Merkel hatte sich nach Angaben aus EU-Kreisen klar gegen die Patentfreigabe gewandt - unter anderem, weil Fachwissen über neuartige mRNA-Impfstoffe - wie zum Beispiel von Biontech/Pfizer - an China abfließen könnte.

Ratschef Michel sagte zur Patentfreigabe: „Wir denken nicht, dass das kurzfristig eine Wunderlösung ist.“ Man sei gesprächsbereit. Gleichzeitig sollte man die internationalen Partner dazu ermuntern, den Export von Corona-Impfstoffen zu erleichtern.

Jan-Felix Jasch