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Corona-Gefahr für arme Menschen besonders hoch

07:05
01.05.2021
Die Armutskonferenz in Niedersachsen sieht für arme Menschen ein erhöhtes Risiko, an Covid-19 zu erkranken. „Arme haben grundsätzlich höhere psychische und physische Gesundheitsrisiken, schwächere Immunsysteme und sterben früher“, erklärte Geschäftsführer Klaus-Dieter Gleitze. Hinzu kämen mit Blick auf Corona beengte Wohnverhältnisse, die häufige Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel sowie prekäre Jobs ohne Homeoffice-Möglichkeit und mit geringem Arbeitsschutz. Hygienemaßnahmen kosteten Geld, das Arme nicht haben, und auch Zeitungen, Computer oder Handys als Informationsgrundlage seien oft nicht zu bezahlen - „das sind aber zentrale Voraussetzungen, um Krisen bewältigen zu können“.

Gleitze forderte daher eine einmalige Konsumhilfe von 1000 Euro für Arme, um diesen Mängeln entgegenzuwirken. Außerdem müssten die Hartz-IV-Regelsätze dauerhaft auf 600 Euro im Monat erhöht werden. Derzeit liegt der Satz für alleinstehende Erwachsene bei 446 Euro.

Eine gezielte vorgezogene Impfung für Menschen in prekären Wohn- und Arbeitsverhältnissen bezeichnete Gleitze wegen des bereits erreichten Impffortschritts vor allem mit Blick auf mögliche weitere Pandemien als sinnvoll. „Für die aktuelle Pandemie sollte das aus praktischen Gründen da erfolgen, wo es bis zur Aufhebung von Priorisierungen noch möglich ist“, sagte er. „Hilfreich wäre es auf jeden Fall aus ethischen und epidemiologischen Gründen, wenn Staat und Gesellschaft die Krise nutzen würden, Armut endlich nachhaltig zu bekämpfen.“

Patrick Reichelt

RKI registriert 18 935 Corona-Neuinfektionen und 232 neue Todesfälle

06:16
01.05.2021
Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem Robert Koch-Institut (RKI) binnen eines Tages 18 935 Corona-Neuinfektionen gemeldet. Zudem wurden innerhalb von 24 Stunden 232 neue Todesfälle verzeichnet. Das geht aus Zahlen vom Samstagmorgen hervor, die den Stand des RKI-Dashboards von 05.07 Uhr wiedergeben. Nachträgliche Änderungen oder Ergänzungen des RKI sind möglich. Am Samstag vor einer Woche hatte das RKI binnen eines Tages 23 392 Neuinfektionen und 286 neue Todesfälle verzeichnet.

Die Zahl der binnen sieben Tagen gemeldeten Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner lag laut RKI am Samstagmorgen bundesweit bei 148,6 - damit entwickelt sich die Sieben-Tage-Inzidenz am fünften Tag in Folge rückläufig. Am Vortag hatte das RKI diese Sieben-Tage-Inzidenz mit 153,4 angegeben, vor eine Woche mit 164,4.

Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 3 400 532 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2 in Deutschland. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden. Die Zahl der Genesenen gab das RKI mit etwa 3 012 100 an. Die Gesamtzahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, stieg auf 83 082.

Der bundesweite Sieben-Tage-R-Wert lag laut RKI-Lagebericht vom Freitagabend bei 0,94 (Vortag: 0,92). Das bedeutet, dass 100 Infizierte rechnerisch 94 weitere Menschen anstecken. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen vor 8 bis 16 Tagen ab. Liegt er für längere Zeit unter 1, flaut das Infektionsgeschehen ab; liegt er anhaltend darüber, steigen die Fallzahlen.

Patrick Reichelt