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Stiko-Chef hält Impfung von Kindern im Herbst für möglich

08:59
30.04.2021
Der Vorsitzende der Ständigen Impfkommission (Stiko), Thomas Mertens, sieht gute Chancen für Corona-Impfungen für Kinder und Jugendliche ab September. „Für Kinder ab zwölf Jahren halte ich das für möglich“, sagte Mertens der „Rheinischen Post“ (Samstag). Bei jüngeren Kindern äußerte er sich skeptischer: „Für kleinere Kinder kann das noch knapp sein.“

Der deutsche Impfstoffhersteller Biontech und sein US-Partner Pfizer wollen in Kürze die Zulassung ihres Vakzins für Kinder von 12 bis 15 Jahren in der EU beantragen, wie eine Biontech-Sprecherin am Donnerstag gesagt hatte. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn ging davon aus, dass im Falle einer Zulassung Kinder dieser Altersgruppe eine erste Immunisierung spätestens in den Sommerferien bekommen könnten. „Stand heute, wenn nichts Ungewöhnliches passiert“, sagte der CDU-Politiker am Donnerstag in Berlin.

Corona-Pandemie und Hunger treffen Brasilien hart

05:47
30.04.2021
Inmitten der außer Kontrolle geratenen Corona-Pandemie in Brasilien ist der Hunger mit voller Wucht zurückgekehrt. 116,8 Millionen Brasilianer haben keinen vollständigen und dauerhaften Zugang zu Nahrung, 19 Millionen unter ihnen leiden Hunger, wie aus einer Studie des Brasilianischen Forschungsnetzwerks für Ernährungssicherheit (Rede PENSSAN) mit Daten vom Dezember hervorgeht. Damit sind mehr als 55 Prozent der Haushalte betroffen, ein Anstieg um 54 Prozent im Vergleich zu 2018. In der Corona-Pandemie überschritt das Land am Donnerstag die Marke von 400 000 Toten.

„Der Anstieg spiegelt die wirtschaftliche Krise in der Mittelklasse“, sagt die Ernährungswissenschaftlerin von der Rede PENSSAN, Rosana Salles, der Deutschen Presse-Agentur. Die Zahlen bestätigen den Eindruck des Geschäftsführers der Nichtregierungsorganisation Ação da Cidadania, Daniel de Souza, aus Rio de Janeiro, wo sich vor Essensausgabestellen lange Schlangen bilden. „Es fällt auf, dass Leute, die davor gespendet haben, jetzt um eine Lebensmittelspende bitten.“

Brasilien, vor allem der Nordosten, ist immer wieder von Hunger heimgesucht worden. 2014 nahmen die Vereinten Nationen das größte und bevölkerungsreichste Land Lateinamerikas jedoch erstmals von der Landkarte des Hungers. Der frühere Staatschef Luiz Inácio Lula da Silva (2003-2011) hatte den Kampf gegen den Hunger zu einer seiner Prioritäten erklärt. Hohe Rohstoffpreise und neu entdeckte Ölvorkommen halfen ihm, Sozialprogramme wie „Fome Zero“ (Null Hunger) zu finanzieren. Der seit 2019 regierende Präsident Jair Bolsonaro dagegen setzte in einer seiner ersten Amtshandlungen den Nationalen Rat für Ernährungssicherheit aus.