Letztes Update:
20210429184011

Mehr Rechte für Geimpfte und Genesene: Lambrecht macht Vorschlag

16:06
29.04.2021
Vollständig Geimpfte und Genesene sollen in der Corona-Krise wieder mehr Rechte bekommen. Insbesondere von Auflagen für private Treffen und nächtlichen Ausgangsbeschränkungen sollen diese Gruppen nach dem Willen von Bundesjustizministerin Christine Lambrecht (SPD) ausgenommen werden. Das geht aus einem Verordnungsentwurf hervor, der der Deutschen Presse-Agentur vorliegt. Auch andere Medien berichteten darüber.

Das Justizministerium versandte den Vorschlag am Donnerstag an die anderen Bundesministerien. Bundestag und Bundesrat müssen zustimmen. Wenn es nach der SPD geht, soll das in der kommenden Woche geschehen.

„Das Grundgesetz lässt Einschränkungen unserer Grundrechte nur zu, wenn es hierfür eine besondere Rechtfertigung gibt. Der Schutz von Leben und Gesundheit in der Pandemie ist eine solche Rechtfertigung“, sagte Lambrecht den Zeitungen der Funke-Mediengruppe. „Wenn aber jetzt belegt ist, dass von vollständig Geimpften und Genesenen keine besondere Gefahr mehr ausgeht, dann müssen wir die Einschränkungen ihrer Grundrechte zurücknehmen. Es geht hier nicht um Sonderrechte oder Privilegien, sondern um ein zentrales Gebot unseres Rechtsstaats.“

Jean-Pierre Fellmer

Ermittlungen zu Todesliste nach Änderung des Infektionsschutzgesetzes

15:43
29.04.2021
Nach der Veröffentlichung einer Todesliste deutscher Politiker im Messenger-Dienst Telegram sind in Niedersachsen Ermittlungen eingeleitet worden. Auf der vor wenigen Tagen veröffentlichten Liste standen Bundestagsabgeordnete, die dem neuen Infektionsschutzgesetz zugestimmt hatten, wie die Staatsanwaltschaft Göttingen und das Landeskriminalamt Niedersachsen am Donnerstag mitteilten. Da sich bei den Ermittlungen ein Bezug zu Niedersachsen ergeben habe, wurden die Behörden aktiv. Die betroffenen Abgeordneten und ihre Fraktionen seien durch das Bundeskriminalamt informiert worden.

„Ich erinnere daran, dass auch der Kasseler Regierungspräsident Walter Lübcke auf einer „Feindesliste“ stand, bevor er ermordet wurde. Diese perfiden Listen dienen der Einschüchterung - oder Schlimmerem“, sagte Niedersachsens Justizministerin Barbara Havliza (CDU). Weitere Informationen wurden aus ermittlungstaktischen Gründen nicht bekannt gegeben. 

Jean-Pierre Fellmer