Für alle deutschen Olympia-Teilnehmer soll es vor den Sommerspielen in Tokio eine Corona-Impfung geben. „Die Olympioniken sollen rechtzeitig vor den Olympischen Spielen geimpft werden“, sagte der Sprecher des Bundesinnenministeriums, Steve Alter, am Montag der Deutschen Presse-Agentur. „Im Moment gehen wir davon aus, dass wir das im Rahmen des Impf-Fortschritts gewährleisten können“, fügte Alter hinzu.
Der Deutsche Olympische Sportbund hatte zuletzt immer wieder die Erwartung geäußert, dass alle impfwilligen Mitglieder der Delegationen für Olympia und Paralympics geimpft werden. Nur in diesem Fall könne der Dachverband „guten Gewissens die Mannschaft nach Tokio entsenden“, hatte DOSB-Präsident Alfons Hörmann gesagt. Neben den Athletinnen und Athleten schloss er auch Betreuer und Funktionäre ein und nannte eine Größenordnung von rund 2000 Menschen.
Zu einem möglichen Vorziehen von Olympia-Teilnehmern in der Impf-Reihenfolge äußerte sich Ministeriumssprecher Alter am Montag nicht. Die Bundesregierung stehe einer Entsendung von Athleten zu den Olympischen Spielen „positiv gegenüber“, versicherte er. Man wolle zudem auf keinen Fall riskieren, dass deutsche Athleten und Betreuer ein Infektionsrisiko darstellen oder sich selbst in Japan infizieren.
Eine Impfpflicht gibt es für Teilnehmer der Tokio-Spiele bislang nicht. Jüngsten Erhebungen zufolge sind bereits rund 13 Prozent des deutschen Teams geimpft, etwa acht Prozent lehnen eine Impfung ab. Eine Reihe von Sportlern und Verbänden hatte in den vergangenen Wochen verstärkt Klarheit beim Impfthema gefordert, da rund drei Monate vor der geplanten Eröffnungsfeier am 23. Juli auch der Formaufbau und noch anstehende Wettbewerbe zu berücksichtigen sind.
Michael Rabba