Niedersachsens Innenminister Boris Pistorius hat eindringlich vor der geplanten Änderung des Infektionsschutzgesetzes und einer Kompetenzverschiebung zugunsten des Bundes in der Pandemie gewarnt. „Fakt ist: Dort, wo der Bund die Befugnisse hatte, hat er zum Teil kläglich versagt“, sagte der SPD-Politiker der Tageszeitung „Die Welt“. Er nannte die Beschaffung von Impfstoff und Schutzausrüstung - der Bund habe keine Expertise für Krisenbewältigung oder Krisenkommunikation. „Deshalb wäre es auch keine gute Idee, die Länder jetzt mitten in der Krise zu entmachten. Das wäre ein großer Fehler.“
Gut an dem Plan sei, dass die Einigung letztlich im Einvernehmen zwischen Bund und Ländern getroffen worden sei, sagte Pistorius. „Das ist ein wichtiges politisches Signal. Ich stelle mir allerdings die Frage, was dadurch in der Bekämpfung der Pandemie besser laufen soll.“ Eine bloße Vereinheitlichung blende die „Kollateralschäden, die mit allen Corona-Regelungen immer einhergehen, vollständig aus“.