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Großer Andrang bei Ü60-Sonderimpfaktion in Greifswald

14:47
10.04.2021
Bei Sonderaktionen in den Landkreisen Mecklenburgische Seenplatte und Vorpommern-Greifswald konnten sich am Samstag über 60-Jährige spontan gegen Corona impfen lassen. Zusätzliche Termine wurden in Neubrandenburg, Demmin und Mirow sowie in Greifswald und Pasewalk angeboten. In Greifswald habe es schon am Morgen einen „Riesenandrang“ gegeben, sagte Anke Radlof von der Pressestelle des Landkreises. Die Ersten Impfwilligen hätten sich schon um 5.30 Uhr eingefunden, zweieinhalb Stunden vor Öffnung des Impfzentrums.

„Viele hatten Klappstühle und Bücher dabei“, sagte sie. Die Stimmung sie „total entspannt“ gewesen - trotz Wartezeiten von bis zu zwei Stunden. Geimpft wurde mit dem Wirkstoff von Astrazeneca. Während man in Vorpommern-Greifswald ganz ohne Anmeldung zum Impfen kommen konnte, verwies die Seenplatte-Verwaltung darauf, dass man sich auch einen Termin über die Hotline reservieren kann.

In Vorpommern-Greifswald waren bis mittags 500 Menschen geimpft. Dass der Impfstoff ausgehe, sei nicht zu befürchten, sagte Radlof. An der Seenplatte waren am Karsamstag bereits mehr als 960 Menschen vorrangig mit dem Astrazeneca-Impfstoff versorgt worden.

Bereits am Freitag war eine Impfaktion ohne vorherige Terminvergabe in Grevesmühlen (Nordwestmecklenburg) angelaufen, wo nach Angaben des Landkreises täglich bis zu 300 Menschen geimpft werden können.

Jean-Pierre Fellmer

Protest in mehreren Städten für „Zero-Covid“-Strategie

13:41
10.04.2021
Für strengere Corona-Maßnahmen sind am Samstag Menschen in mehreren Städten Deutschlands auf die Straße gegangen. In Bremen und Hannover protestierten insgesamt mehr als 200 Bürger. In Göttingen waren 20 bis 50 Menschen bei einer „Zero-Covid“-Demo auf der Straße, sagte eine Polizeisprecherin. In Berlin beteiligten sich am Nachmittag rund zwei Dutzend Menschen an einer Kundgebung vor dem Hauptgebäude der Charité.

In Deutschland und Österreich waren Aktionen in 30 Städten geplant. Die Teilnehmer forderten unter anderem drei Wochen bezahlte Pause und wandten sich gegen den „Infektionsherd Arbeitsplatz“. Die Profitinteressen der Unternehmen müssten hinter der Gesundheit der Menschen zurückstehen, hieß es in dem Aufruf zu den Kundgebungen.

In Hannover forderten die Demonstranten eine Pandemiepolitik, die auf wissenschaftlichen Erkenntnissen beruhe und Menschen vor Konzernprofite stelle. „Es kann nicht sein, dass das private Leben komplett eingegrenzt wird, während immer noch keine Homeoffice-Pflicht gilt“, hieß es weiter. Die Mitorganisatorin der Aktionen, Sonja Radde, sagte im Rundfunk Berlin-Brandenburg (RBB), die Demonstrierenden träten für einen begrenzten, aber konsequenten Lockdown ein. Sie gingen auch davon aus, dass die Einschränkungen dann schneller wieder zurückgenommen werden könnten.

In Potsdam demonstrierte rund ein Dutzend Menschen für mehr Sicherheit in Schulen und Kitas in der Corona-Krise. Die Teilnehmer forderten vor dem Landtag unter anderem, die Präsenzpflicht für Schülerinnen und Schüler bundesweit auszusetzen. „Man muss Eltern in der Pandemie das Vertrauen entgegenbringen, vom Fürsorgerecht Gebrauch zu machen“, sagte Olaf Balk von der Initiative „Sichere Bildung jetzt!“. Er sprach sich auch für eine Strategie aus, mit der die Zahl der Corona-Infektionen drastisch reduziert wird.

Jean-Pierre Fellmer