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Praxen wollen Astrazeneca-Impfungen für Menschen unter 60 vermeiden

04:35
01.04.2021
Deutschlands Kassenärzte wollen möglichst vermeiden, Menschen unter 60 Jahren mit dem Impfstoff von Astrazeneca zu impfen. „Der Zeitbedarf für eine Beratung und intensive Aufklärung jüngerer Patienten steht einer schnellen Impfkampagne diametral entgegen“, sagte der Vizechef der Kassenärztlichen Bundesvereinigung, Stephan Hofmeister, dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND). „Wir wollen schnell und zügig impfen.“ Daher empfehle die Bundesvereinigung, Astrazeneca nur Menschen über 60 zu spritzen.

Für den Fall, dass ein Arzt doch mit Astrazeneca impfen wolle, sagte der KBV-Vize: „Die Bringschuld der Praxis ist höher, weil in einem möglichen Prozess detailliert dargelegt werden muss, dass alle Aufklärungs- und Beratungspflichten erfüllt wurden.“ Der Chef des Deutschen Hausärzteverbandes, Ulrich Weigeldt, sagte dem RND: „Ich würde den Kolleginnen und Kollegen raten, mit den Impfungen von unter 60-Jährigen mit diesem Impfstoff zunächst abzuwarten, bis der Sachverhalt klarer und detaillierter vorliegt.“

Jan-Felix Jasch

Kapitel

Mittwoch, 31. März

Das war am Mittwoch, 31. März, wichtig

20:37
31.03.2021
Bremen und Niedersachsen:
  • Nach einem Gespräch der Gesundheitsminister der Länder und der Bund über den Umgang mit dem Astra-Zeneca-Impfstoff, hat die Bremer Gesundheitsbehörde mitgeteilt auf andere Impfstoffe zurückzugreifen.
  • Das Gesundheitsamt Bremen hat 147 neue Infektionen gemeldet (Bremen Stand 16 Uhr, Bremerhaven 15 Uhr). 
  • Gemeinsam mit Akteuren aus Handel, Gastronomie und Hotellerie will die Handelskammer Bremen ein Konzept für eine mögliche Öffnungs- und Teststrategie entwickeln.
Deutschland und Welt:
  • Anders als Deutschland rät die EU-Arzneimittelbehörde EMA vorerst nicht zu Einschränkungen bei der Anwendung des Corona-Impfstoffs von Astrazeneca. „Nach dem jetzigen wissenschaftlichen Stand gibt es keine Belege, die dafür sprechen, die Verwendung dieses Impfstoffs in irgendeiner Bevölkerungsgruppe zu beschränken“, sagte EMA-Chefin Emer Cooke. 
  • Im März haben dem Ifo-Institut zufolge 32 Prozent der Beschäftigten in deutschen Unternehmen zumindest teilweise im Homeoffice gearbeitet. Damit würden die Möglichkeiten aber bei weitem nicht ausgeschöpft: „Wir schätzen das Potenzial für Homeoffice auf 56 Prozent der Beschäftigten“, sagte Professor Oliver Falck, Leiter des ifo-Zentrums für neue Technologien.
  • Deutschland und viele andere Länder haben das EU-Impfziel für Menschen über 80 Jahre nach jüngsten Daten verfehlt. Ziel der EU-Kommission war, dass mindestens 80 Prozent dieser Altersgruppe bis Ende März gegen das Coronavirus geimpft sind.

Jean-Pierre Fellmer