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Astra-Zeneca in Niedersachsen nur noch für Menschen ab 61 Jahren

20:28
30.03.2021
Der Impfstoff von Astra-Zeneca wird in Niedersachsen ab Mittwoch nur noch für Menschen ab 61 Jahren verwendet, die den Priorisierungsgruppen 1 und 2 angehören. Damit folge die Landesregierung der jüngsten Empfehlung der Ständigen Impfkommission (Stiko), wie Regierungssprecherin Anke Pörksen am Dienstagabend mitteilte. Die Gesundheitsminister von Bund und Ländern hatten aufgrund der Empfehlung beschlossen, Astrazeneca ab Mittwoch in der Regel nur noch für Menschen ab 60 Jahren einzusetzen.

Gesundheitsministerin Daniela Behrens (SPD) teilte mit, es werde bei den Impfungen kurzfristig umdisponiert. „Wir haben unseren Dienstleister bereits angewiesen, keine neuen Termine mehr für die entsprechende Personengruppe mit diesem Impfstoff zu vergeben.“ Und: „Zum Glück kam heute die Nachricht, dass Biontech seine Lieferungsmengen erhöhen kann. Insofern hoffen wir, dass die heutige Entscheidung nicht zu allzu großen Verzögerungen im Impffortgang führen wird“, so die Ministerin.

Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) sagte: „Ich bedauere sehr, dass jetzt viel Verunsicherung aufkommen wird. Astra-Zeneca bleibt dennoch ein wichtiger Impfstoff zur Eindämmung der Corona-Infektionen.“ Er bitte vor allem die über 60-Jährigen herzlich, sich Astrazeneca gegenüber aufgeschlossen zu zeigen. „Ich jedenfalls werde mich mit Astrazeneca impfen lassen, sobald ich an der Reihe bin“, so der Regierungs-Chef.

Grundlage für die Stiko-Empfehlung sind derzeit verfügbare Daten zum Auftreten „seltener, aber sehr schwerer thromboembolischer Nebenwirkungen“. Diese seien 4 bis 16 Tage nach der Impfung ganz überwiegend bei Personen im Alter unter 60 Jahren aufgetreten, teilte das beim Robert Koch-Institut (RKI) angesiedelte Gremium mit. Dabei geht es um Auffälligkeiten mit Fällen von Blutgerinnseln (Thrombosen) in Hirnvenen in zeitlichem Zusammenhang zu Impfungen, die vor allem bei jüngeren Frauen gemeldet wurden.

Michael Rabba

Merkel zu Astra-Zeneca-Regeln: „Jedem Verdacht wird nachgegangen“

19:54
30.03.2021
Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat die neuen Altersbeschränkungen für das Präparat von Astra-Zeneca mit Blick auf das Vertrauen in die Corona-Impfungen gerechtfertigt. „Vertrauen entsteht aus dem Wissen, dass jedem Verdacht, jedem Einzelfall nachgegangen wird“, sagte Merkel am Dienstagabend in Berlin nach Beratungen mit den Ministerpräsidenten der Länder. Auch nach einer entsprechenden Einschätzung der Ständigen Impfkommission seien die Meldungen über Auffälligkeiten sehr selten, aber nicht zu ignorieren.

Dass verschiedene Impfstoffe zur Verfügung stünden, sei ein großes Glück, sagte Merkel. Bund, Länder und Kommunen wollten nun gemeinsam nötige Änderungen bei den Planungen der weiteren Impfkampagne auch mit der stärkeren Einbeziehung der Praxen klären. Mit immer größeren Lieferungen könne man Schritt für Schritt die Pandemie überwinden.

Der Impfstoff von Astra-Zeneca soll ab diesem Mittwoch in der Regel nur noch für Menschen ab 60 Jahre eingesetzt werden. Unter 60-Jährige sollen sich „nach ärztlichem Ermessen und bei individueller Risikoanalyse nach sorgfältiger Aufklärung“ weiterhin damit impfen lassen können, wie aus einem Beschluss der Gesundheitsminister von Bund und Ländern hervorgeht. Zuvor hatte die Ständige Impfkommission eine entsprechende Altersbeschränkung empfohlen. Hintergrund sind Auffälligkeiten mit Fällen von Blutgerinnseln (Thrombosen) in Hirnvenen nach Impfungen vor allem bei jüngeren Frauen.

Michael Rabba