Ein Jahr nach Beginn der Pandemie geraten Gruppierungen aus dem Spektrum der sogenannten Corona-Leugner zunehmend ins Blickfeld des Hamburger Verfassungsschutzes. Neben völlig legitimer Kritik am Regierungshandeln werde von Teilen der Szene der demokratische Staat, seine Repräsentanten und Institutionen als solche abgelehnt, sagte Innensenator Andy Grothe (SPD) am Dienstag bei der Vorstellung des Verfassungsschutzberichts 2020.
Solche Gruppierungen würden als Verdachtsfälle eingestuft. Grothe warnte vor einem neuen verschwörungsideologischen, staatsgefährdenden, verfassungsschutzrelevanten Extremismus, der in naher Zukunft zur Herausforderung für die Demokratie werden könne.
Der Verfassungsschutz stellte dem Senator zufolge im vergangenen Jahr auch einen Anstieg bei der Zahl der Rechtsextremisten in der Stadt auf jetzt 380 fest. Dieser Zuwachs ergebe sich zum größten Teil aus 40 neu erfassten Anhängern des von der AfD als aufgelöst erklärten extremistischen „Flügels“. Mit 1270 Linksextremisten - davon 74 Prozent gewaltorientiert - bleibe Hamburg auch eine Hochburg des militanten Linksextremismus. Außerdem gebe es mit mehr als 1600 Anhängern eine vergleichsweise starke islamistische Szene.