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20210329110748

Tierärzte wollen in Impfkampagne einbezogen werden

10:42
29.03.2021
Die deutschen Tierärzte fordern die Politik auf, sie in die Impfkampagne einzubinden. „In den USA impfen jetzt auch Tierärzte wie selbstverständlich mit. Dieser pragmatische Ansatz trägt dort zum großen Erfolg bei“, sagte der Präsident des Bundesverbands der praktizierenden Tierärzte, Siegfried Moder, der „Neuen Osnabrücker Zeitung“. Auch in Frankreich können voraussichtlich bald Tierärzte Impfungen gegen das Coronavirus verabreichen. Die oberste Gesundheitsbehörde des Landes empfahl dies in einer Stellungnahme vom Freitag.

Dabei warf Moder der Berliner Politik Versäumnisse vor: „Wir haben bereits Anfang Dezember der Bundesregierung unsere Unterstützung bei der Corona-Schutzimpfung angeboten, aber unser Hilfsangebot wurde (...) bis heute ignoriert. Das kann man machen, wenn man die Lage im Griff hat. Angesichts der dritten Welle und der täglichen Hiobsbotschaften halten wir diese Ignoranz jedoch für grob fahrlässig.“ Laut Moder könnten die Tierarztpraxen pro Monat ohne weiteres zwei Millionen Menschen impfen.

Jan-Felix Jasch

Kreditversicherer rechnet 2021 nicht mit großer Pleitewelle

09:23
29.03.2021
Trotz des verlängerten Lockdown rechnet der Kreditversicherer Euler Hermes in diesem Jahr nicht mit einem drastischen Anstieg der Unternehmensinsolvenzen in Deutschland. Voraussichtlich werde die Zahl der Firmenpleiten lediglich um 6 Prozent steigen und damit weiterhin deutlich unter dem Niveau des Vorkrisenjahres 2019 bleiben, prognostizierte Euler Hermes in einer am Montag veröffentlichten Studie. Grund dafür sei die Verlängerung und Ausweitung der Maßnahmenpakete der Bundesregierung, die die Folgen der Covid-19-Pandemie für die Unternehmen teilweise abfederten.

Mit einem deutlichen Anstieg der Insolvenzen rechnet der Kreditversicherer deshalb erst im Laufe des Jahres 2022. Dann dürften die Pleiten um rund 15 Prozent zunehmen, prognostizierte Euler Hermes. Damit stehe Deutschland im internationalen Vergleich aber gut da. Denn es bedeute, dass die Zahl der Insolvenzen auch 2022 nur um etwa vier Prozent höher liegen werde als im Vorkrisenjahr 2019. Dies entspreche in etwa dem Niveau von 2017.

Die Insolvenzentwicklung sei derzeit nicht von Marktmechanismen, sondern von der weiteren Entwicklung und dem Fortbestand von Unterstützungsmaßnahmen abhängig, sagte der Euler-Hermes-Chef für Deutschland, Ron van het Hof. Sie habe sich vom tatsächlichen Zustand der Unternehmen abgekoppelt. „Das wird nicht ewig so weitergehen. Aber auch mit der sukzessiven Rückkehr in eine neue Normalität ist ein umgehender oder sprunghafter Anstieg dadurch erst einmal nicht in Sicht.“

Jan-Felix Jasch