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Reiseverband DRV sieht erste Anzeichen für wachsende Nachfrage

21:18
09.03.2021
Die von der Corona-Krise hart getroffene Reisebranche sieht einen ersten Hoffnungsschimmer. Die Neubuchungen von organisierten Reisen für die Sommersaison ziehen langsam an, wie der Präsident des Reiseverbandes DRV, Norbert Fiebig, am Dienstag anlässlich der Eröffnung der Internationalen Tourismusbörse (ITB) sagte. Sie erreichten bislang allerdings nur 26 Prozent des von der Pandemie noch unbeeinflussten Vorjahreszeitraumes. Die Reisemesse findet wegen der Pandemie in diesem Jahr online und ausschließlich für Fachbesucher statt.

Mit Buchungen für Ostern zögern die meisten Menschen Fiebig zufolge in Deutschland bislang. Die meisten Reisebüros und Veranstalter rechneten daher mit einem Neustart in den Wochen nach Ostern, spätestens im Sommer. Fiebig gibt das Osterreisegeschäft allerdings noch nicht ganz verloren. „Ich glaube Osterreiseurlaub ist möglich, national und international.“ Notwendig sei eine kohärente Teststrategie statt Quarantäne.

Der Tourismus zählt zu den am härtesten von den Pandemie-Beschränkungen getroffenen Wirtschaftszweigen. Die Branche wünscht sich von der Politik Perspektiven und Vorgaben für die laufende Saison. Hoffnungen machen verschiedene Umfragen, wonach der Reisewunsch der Menschen hoch ist. Wichtig ist ihnen dabei vor allem Sicherheit in Zeiten der Pandemie.

Nach Einschätzung des Marktforschungsunternehmens Euromonitor International wird sich der weltweite Tourismus im Idealfall im Jahr 2022 erholt haben. Dann könnten die Reiseausgaben wieder das Vorkrisenniveau erreichen, vorausgesetzt man bekomme die Pandemie in den Griff.

Anna Zacharias

Brandenburg weist Vorwurf zu später Corona-Notbremse zurück

20:45
09.03.2021
Die Brandenburger Landesregierung wehrt sich gegen scharfe Kritik und den Vorwurf, sie weiche im Alleingang die von Bund und Ländern vereinbarte „Corona-Notbremse“ auf. Der SPD-Gesundheitspolitiker Karl Lauterbach kritisierte am Montag bei Twitter, in der neuen Brandenburger Corona-Verordnung sei geregelt, dass Kreise und kreisfreie Städte erst ab einem Inzidenz-Wert von 200 für mindestens drei Tage wieder schärfere Maßnahmen anordnen. Dort steht - anders als von Bund und Ländern beschlossen - nicht explizit, dass ab einem Wert von über 100 neuen Infektionen pro 100 000 Einwohner in einer Woche quasi automatisch Lockerungen wieder ausgesetzt werden.

Regierungssprecher Florian Engels wies die Kritik zurück. Sollte sich der landesweite Wert einer Inzidenz von 100 beharrlich nähern, werde die Landesregierung entscheiden, welche konkreten Schritte ab Überschreiten der 100er-Linie über drei Tage ergriffen würden, teilte Engels mit. Dabei sollten auch andere Kriterien wie die Auslastung des Gesundheitssystems oder der Impfstatus berücksichtigt werden.

Lauterbach schrieb bei Twitter: „Das ist mittelgradig unglaublich. Lockerungen werden beschlossen, wie in MPK vereinbart, aber Notbremse wird von 100 auf 200 (!) erhöht. Ist das ernst gemeint?“ Er warnte, wenn dies alle Bundesländer machten, werde es eine schwere 3. Pandemiewelle geben und einen langen Lockdown.

Die Vorsitzende der Linkspartei, Janine Wissler, nannte die Brandenburger Regelung „ziemlichen Wahnsinn“. „Das gefährdet das Leben und die Gesundheit von Menschen“, sagte Wissler im „Frühstart“ von RTL/ntv. „Ich finde schon die Inzidenz von 100 als Notbremse ziemlich ungeeignet.“

Anna Zacharias