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20210224064758

Abgeordneter kritisiert „Schneckentempo“ bei Kulturhilfen

06:08
24.02.2021
 In Niedersachsen und Bremen sind zum Stichtag 31. Dezember 2020 weniger als ein Drittel der Anträge des Corona-Hilfsprogramms „Neustart Kultur“ genehmigt worden. Von 1622 gestellten Anträgen wurden in Niedersachsen 494 bewilligt; in Bremen waren es 451 gestellte und 156 genehmigte Anträge. Das geht aus einer Liste der Bundesbeauftragten für Kultur und Medien hervor, auf die der niedersächsische Bundestagsabgeordnete Victor Perli (Linke) hinwies. „Viele Kulturschaffende sind in großer Sorge. Aber die Kulturhilfen des Bundes fließen nur im Schneckentempo“, bemängelte er.

Für Lufthansa, TUI und andere Konzerne in Not seien Milliardenhilfen schnell geflossen, während Clubs, Theater und andere Kultureinrichtungen monatelang auf kleine Hilfen warten müssten. „Eine schnelle und unkomplizierte Hilfe sieht anders aus“, betonte Perli, der Mitglied im Bundestagshaushaltsausschuss ist. Das Mitte Juli 2020 aufgelegte Programm „Neustart Kultur“ sieht in seiner Erstauflage Hilfen von einer Milliarde Euro vor und soll die kulturelle Infrastruktur Deutschlands angesichts der Corona-Krise sichern. Das Programm ist inzwischen um eine weitere Milliarde Euro aufgestockt worden.

Anna Zacharias

Wie stark Corona-Typ B.1.1.7 das Sterberisiko verändert

05:45
24.02.2021
Eine Corona-Infektion geht für jeden Menschen mit einem gewissen Sterberisiko einher. Für die zunächst in Großbritannien nachgewiesene Variante B.1.1.7 hat der Stuttgarter Mathematiker Christian Hesse dies nun aufzuschlüsseln versucht. „Das nach Infektion mit der britischen Mutante bestehende Sterberisiko ist für 80-Jährige mehr als 1000 Mal so hoch wie für 20-Jährige“, erklärte er zu seiner Rechnung.

Ohne Corona liege dieser Faktor bei Männern bei rund 130, bei Frauen bei 200 - bei einem Senior ist der Tod immer wahrscheinlicher als bei einem jungen Menschen.

Der Wissenschaftler der Stuttgarter Universität bezieht sich bei den Daten auf die sogenannte Infektionssterblichkeit. Das ist der Anteil der Corona-Toten unter allen Infizierten, ob getestet oder nicht. Für eine repräsentative Stichprobe der Bevölkerung muss dafür unter anderem mittels Blutproben der Immunstatus ermittelt werden, um auch frühere, unentdeckt gebliebene Corona-Infektionen festzustellen.

Auf Basis von britischen Analysen hat Hesse so die Gefährlichkeit des Corona-Typs B.1.1.7 berechnet. Ableiten lässt sich demnach, dass eine Infektion mit der Mutante für 55-jährige Männer und 35-jährige Frauen das normale Sterblichkeitsrisiko in diesem Alter wohl verdoppelt. Für 80-jährige Männer und 60-jährige Frauen werde es verdreifacht.

Anna Zacharias