Letztes Update:
20210220180516

Frankreichs Gesundheitsminister erwägt Lockdown in Küstenregion

13:50
20.02.2021
Frankreichs Gesundheitsminister Olivier Véran hat wegen der Corona-Ausbrüche im Südosten des Landes zusätzliche regionale Maßnahmen gefordert. Véran brachte dabei am Samstag in Nizza eine Verschärfung der nächtlichen Ausgangssperre sowie einen teilweisen oder kompletten Lockdown ins Spiel. Bis Sonntagabend sollen die Verantwortlichen demnach über weitere Schritte für das Département Alpes-Maritimes an der französischen Riviera entscheiden.

Zuvor hatte Véran gesagt, dass die Lage in dem Département besonders besorgniserregend sei. Mit einer Inzidenz von 577 Fällen auf 100 000 Menschen ist das Gebiet nach Angaben der nationalen Gesundheitsbehörde vom Donnerstag in Frankreich derzeit am stärksten betroffen. Insgesamt zählt das Land mit seinen rund 67 Millionen Einwohnerinnen und Einwohnern mehr als dreieinhalb Millionen Corona-Fälle. Es starben fast 84 000 Infizierte.

In ganz Frankreich gilt seit Wochen ein Ausgangssperre ab 18.00 Uhr. Auch zum Einkaufen oder Spaziergang dürfen Menschen das Haus dann nicht mehr verlassen. Ausnahmen gibt es etwa für den Weg zur Arbeit. Schulen und Geschäfte sind landesweit weitgehend geöffnet. Restaurants, Cafés und Theater bleiben geschlossen. Seit Wochen gibt es in dem Land Diskussionen um einen erneuten Lockdown, wie es ihn bereits im vergangenen Frühjahr und Herbst gegeben hatte. Von Regierungsseite wurde immer wieder betont, man wolle einen dritten Lockdown wenn möglich verhindern.

Max Seidenfaden

Giffey: Können Kinder nicht noch viel länger zuhause lassen

13:20
20.02.2021
Bundesfamilienministerin Franziska Giffey hat die am Montag in vielen Bundesländern geplanten Öffnungen von Kitas und Grundschulen verteidigt. „Man kann die Kinder nicht noch viel länger zuhause lassen, weil sonst der Kinderschutz und das Kindeswohl in Gefahr sind“, sagte die SPD-Politikerin der Deutschen Presse-Agentur in Berlin. Sie wies auf Probleme wie Vereinsamung, Bewegungsmangel und entstehende „Bildungs- und Bindungslücken“ hin. Zudem seien viele Eltern am Ende. „Die Belastungsgrenze ist erreicht.“

Gleichzeitig betonte Giffey, dass die Öffnungen „verantwortungsvoll“ erfolgen müssten, mit Einhaltung von Hygieneregeln und Schutzmaßnahmen für das Personal. „Dass wir dabei das Infektionsgeschehen weiter im Blick haben müssen, ist selbstverständlich. Es geht jetzt um Öffnungsschritte mit Sicherheit.“

Die Familienministerin sprach sich in dem Zusammenhang erneut für zweimalige Corona-Schnelltests pro Woche bei Kita- und Grundschulbeschäftigten aus, solange diese noch keine Impfung erhalten können. „Wenn wir sagen, wir testen zweimal pro Woche, erhöht das enorm die Sicherheit, verbessert die Prävention und hilft bei der Unterbrechung von Infektionsketten“, sagte Giffey.

Patrick Reichelt