Letztes Update:
20210218201044

Debatte um Astrazeneca-Impfstoff: Immunologe für dritte Nachimpfung

06:10
18.02.2021
In der Diskussion um die Wirksamkeit des Astrazeneca-Corona-Impfstoffs schlägt der Generalsekretär der Deutschen Gesellschaft für Immunologie, Carsten Watzl, eine Nachimpfung mit einem anderen Mittel vor. „Man kann die Immunität, die man mit dem Astrazeneca-Impfstoff ausgelöst hat, ohne Probleme mit einem mRNA-Impfstoff später noch einmal verstärken“, sagte Watzl der „Augsburger Allgemeinen“ (Donnerstag). Spätestens ab dem vierten Quartal stünden mehr Impfdosen zur Verfügung als für eine zweifache Impfung der Gesamtbevölkerung nötig wären, argumentierte der Dortmunder Professor. „Es wäre deshalb kein Problem, eine dritte Impfung mit einem mRNA-Impfstoff nachzuholen.“

Dies könne ohnehin wegen der Varianten des Coronavirus ratsam sein. „Es wäre ein Leichtes für die Bundesregierung, eine neuerliche Impfung mit einem mRNA-Impfstoff zu garantieren, wenn wissenschaftliche Erkenntnisse vorliegen, dass die Menschen dadurch besser geschützt wären“, sagte der Immunologe. 

Jean-Pierre Fellmer

G7 sucht Neuanfang: Mehr Impfstoff-Hilfe für arme Länder gefordert

05:56
18.02.2021
Vor dem Online-Treffen der Gruppe der sieben großen Wirtschaftsmächte (G7) haben Entwicklungsorganisationen einen globalen Impfplan und stärkeres Engagement im Kampf gegen das Coronavirus gefordert. Ärmeren Ländern müsse mehr geholfen werden. Von der am Freitag tagenden G7-Runde, an der erstmals auch der neue US-Präsident Joe Biden teilnimmt, werden auch Finanzzusagen für den Kampf gegen die Pandemie und die Verteilung von Impfstoffen erwartet.

Die Bundesregierung stellt in diesem Jahr 1,5 Milliarden Euro für die Kampagne der Weltgesundheitsorganisation (WHO) und anderer Akteure mit dem ACT-Accelerator (Access to Covid-19 Tools Accelerator) zur Verfügung. Ein wichtiger Teil ist die Covax-Initiative, in der die Entwicklung und Verteilung von Impfstoffen gebündelt werden, um allen Ländern einen gerechten Zugang zu ermöglichen.

Jean-Pierre Fellmer

Patientenschützer: Weiter Corona-Impfungen in Pflegeheimen nötig

05:19
18.02.2021
Corona-Impfungen in Pflegeheimen müssen aus Sicht von Patientenschützern auch nach der ersten Runde weitergehen. „Mit den jetzt zwei aufsuchenden Impfterminen ist es noch lange nicht getan“, sagte der Vorstand der Deutschen Stiftung Patientenschutz, Eugen Brysch, der Deutschen Presse-Agentur. Auch ohne das Virus versterbe etwa ein Drittel der Heimbewohner im ersten halben Jahr nach Einzug. Es zögen also kontinuierlich neue Pflegebedürftige ein, die oft noch kein Impfangebot erhalten hätten. In diesem Jahr brauche es daher einmal im Monat Einsätze mobiler Teams in den 12.000 Einrichtungen.

Wegen besonderer Risiken für schwere Corona-Verläufe gehören Bewohner in Pflegeheimen zur ersten Gruppe, die sich derzeit mit der höchsten Priorität impfen lassen kann. Laut Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) sind mittlerweile mehr als 700.000 Heimbewohner einmal geimpft sowie 460.000 zum zweiten Mal. Auch in diesen Einrichtungen wollten sich etwa 80, 90 Prozent impfen lassen und nicht 100 Prozent. Daher dürften in diesen Tagen alle, die wollen, auch ein Impfangebot bekommen haben, hatte Spahn am Mittwoch gesagt.

Jean-Pierre Fellmer