Das Bundeskriminalamt (BKA) hat eine steigende Anzahl von Bedrohungen und Anfeindungen von Politikern, Wissenschaftlern und Journalisten durch Corona-Leugner festgestellt. „Wir sehen mit Sorge, dass die Zahl der Bedrohungen und Anfeindungen stetig zunimmt. Das betrifft Politiker, aber auch andere Personen wie etwa Virologen, die während der Pandemie in den Medien besonders präsent sind“, sagte BKA-Präsident Holger Münch in einem Interview „Spiegel“-Interview. „Immer häufiger registrieren wir Angriffe auf Journalisten. Die Emotionalisierung ist groß.“ Deshalb habe das BKA seine Schutzkonzepte in enger Abstimmung mit den Ländern angepasst.
„Unter den Querdenkern sind Verschwörungstheoretiker, Esoteriker, aber auch Reichsbürger und Rechtsextremisten“, sagte Münch. „Es gibt also eine Nähe zu Radikalen, aber bislang keine Unterwanderung der kompletten Protestbewegung.“ Wichtig werde weiterhin sein, dass die Politik ihre Maßnahmen gut erklärt. „Auch die Unterstützung für Menschen, die wegen Corona wirtschaftlich in Not geraten sind, stabilisiert die Gesellschaft.“