Letztes Update:
20210131102850

Corona-Impfstoff von Astrazeneca in Italien nur bis 55 Jahre empfohlen

09:17
31.01.2021
Nach der Zulassung des Corona-Impfstoffs von Astrazeneca durch die Europäische Arzneimittel-Agentur hat die italienische Behörde eine altersbeschränkte Verwendung des Mittels empfohlen. Obwohl die verfügbaren Daten eine geringere Wirksamkeit als die beiden bereits zugelassenen Impfstoffe zeigten, könne das Mittel die Impfkampagne in Italien stärken, teilte die Arzneimittel-Agentur Aifa mit.

Mit Blick auf die Einschätzung der Wirksamkeit des Impfstoffs bei Menschen über 55 Jahren hätten die Daten der Zulassungsstudien aber ein „gewisses Maß an Unsicherheit“ gezeigt. Dieser Teil der Bevölkerung sei nämlich schlecht vertreten gewesen. Trotzdem sei dort eine gute Antikörperreaktion beobachtet worden.

Die Behörde empfahl den Impfstoff des britisch-schwedischen Konzerns auf Grundlage dessen für Menschen zwischen 18 und 55 Jahren, so lange bis fundiertere Daten vorlägen. Bei Älteren oder Menschen mit Vorerkrankungen sollten die mRNA-Impfstoffe verabreicht werden, wie es in der Mitteilung vom Samstag weiter hieß.

Jan-Felix Jasch

SPD-Vize Midyatli: Astrazeneca-Impfstoff erst an Ärzte und Pfleger

08:37
31.01.2021
Der Impfstoff von Astrazeneca sollte nach Ansicht von SPD-Bundesvize Serpil Midyatli bevorzugt medizinischem Personal angeboten werden. Danach sollten Lehrer, Erzieher und die Polizei das Präparat erhalten, sagte Midyatli der Deutschen Presse-Agentur. „Bis dahin hat die Firma genügend Zeit, um auch die Wirksamkeit für über 65-Jährige nachzuweisen.“

Sie forderte zudem eine breite Aufklärungskampagne, weil viele Menschen angesichts der Diskussion um die Knappheit von Impfstoffen und deren Wirksamkeit verunsichert seien. „Denn die Unterschiede zwischen den Wirkstoffen werden an der Notwendigkeit und dem Erfolg einer Impfkampagne letztlich nichts ändern“, sagte Midyatli, die auch SPD-Landesvorsitzende in Schleswig-Holstein ist.

Angesichts der Probleme bei den Impfstofflieferungen haben Bund und Länder für Montag ein Spitzentreffen vereinbart. Einen europäischen Impfgipfel könne das Treffen aber nicht ersetzen, sagte Midyatli. „Bei global agierenden Herstellern ist es schwierig, rein national aufzutreten.“

Jan-Felix Jasch

Bildungsverband: Lehrkräfte früher impfen

07:57
31.01.2021
Der Deutsche Philologenverband hat eine frühere Impfung von Lehrerinnen und Lehrern gefordert. Der gesellschaftlich-politische Druck, die Schulen zu öffnen, sei massiv. Dem trage die jetzt geplante Berücksichtigung der Lehrkräfte erst in der dritten von drei prioritären Kategorien nicht ausreichend Rechnung, sagte Verbandschefin Susanne Lin-Klitzing den Zeitungen der Funke Mediengruppe (Sonntag). Nur mit schnellem Impfen der Lehrer könne man in den Präsenzunterricht zurückkommen, wenn das Infektionsgeschehen es zulasse.

Für die weitergehende Öffnung der Schulen mit Präsenzunterricht sollten Lin-Klitzing zufolge neben dem Inzidenzwert weitere Kriterien gelten: Stabile Inzidenzwerte von deutlich unter 50 am Schulort und in den Heimatorten der Schüler, eine ausreichende Impfquote unter den Lehrkräften, ein R-Wert stabil deutlich unter 1,0, eine mäßige Auslastung des Gesundheitssystems, sowie gute räumliche Gegebenheiten und gute Infektionsschutzmaßnahmen für alle in der Schule und ein sicherer Schulweg unter Infektionsschutzgesichtspunkten.

Jan-Felix Jasch