Zum klassischen Zeugnistag am Ende des ersten Schulhalbjahres in Niedersachsen hat die Bildungsgewerkschaft GEW der Landesregierung ein schlechtes Corona-Zeugnis ausgestellt. Die Corona-Krise habe die „Bildungsmisere sichtbarer denn je“ gemacht, beklagte GEW-Landeschefin Laura Pooth.
„Die politisch Verantwortlichen in Niedersachsen waren in der Krise teilweise bemüht. Das reicht nicht“, kritisierte sie. „Land, Bund und Kommunen spielen lieber "Schwarzer Peter", anstatt gemeinsam einen milliardenschweren Rettungsschirm für die Bildung zu schaffen.“ In einem Halbjahreszeugnis zur Bewältigung der Corona-Krise im Bildungssektor stünde „Versetzung gefährdet“, mahnte sie.
Die Leistungen der zuständigen Ministerien für Kultus, für Wissenschaft, für Finanzen sowie der Staatskanzlei seien nicht ausreichend, bemängelte die Bildungsgewerkschaft. „Es fehlt schlicht der politische Wille, die Mängel dauerhaft zu bekämpfen“, sagte Pooth. Die Landesregierung müsse das zweite Schulhalbjahr nutzen, um ihre Defizite auszugleichen.