Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble zeigt Verständnis für den Ruf nach Schulöffnungen in der Corona-Krise. "Ich verstehe jeden, der für offene Bildungseinrichtungen kämpft", sagte der CDU-Politiker im Interview des "Handelsblatts" (Donnerstag). Schulen und ihre engagierten Lehrerinnen und Lehrer bemühten sich sehr, dass auch in dieser Ausnahmesituation nicht das Wissen eines ganzen Schuljahres verloren gehe.
Der frühere Bundesfinanzminister wies darauf hin, dass vor allem Kitas und Grundschulen eine wichtige Funktion hätten, die weit über das Vermitteln von Lerninhalten hinausgehe und nicht durch digitalen Unterricht ersetzt werden könne. "Das gilt gerade für Familien, die in einer sozial schwierigen Lage sind, oder auch für Familien mit Migrationshintergrund. Die Schulen leisten einen riesigen Beitrag zur Integration", sagte der Bundestagspräsident. Schäuble betonte, dass dies bei allen Entscheidungen mitbedacht werden müsse, genauso wie die gesellschaftlichen Auswirkungen.