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Schäuble: Verstehe jeden, der für offene Schulen kämpft

19:32
20.01.2021
Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble zeigt Verständnis für den Ruf nach Schulöffnungen in der Corona-Krise. "Ich verstehe jeden, der für offene Bildungseinrichtungen kämpft", sagte der CDU-Politiker im Interview des "Handelsblatts" (Donnerstag). Schulen und ihre engagierten Lehrerinnen und Lehrer bemühten sich sehr, dass auch in dieser Ausnahmesituation nicht das Wissen eines ganzen Schuljahres verloren gehe.

Der frühere Bundesfinanzminister wies darauf hin, dass vor allem Kitas und Grundschulen eine wichtige Funktion hätten, die weit über das Vermitteln von Lerninhalten hinausgehe und nicht durch digitalen Unterricht ersetzt werden könne. "Das gilt gerade für Familien, die in einer sozial schwierigen Lage sind, oder auch für Familien mit Migrationshintergrund. Die Schulen leisten einen riesigen Beitrag zur Integration", sagte der Bundestagspräsident. Schäuble betonte, dass dies bei allen Entscheidungen mitbedacht werden müsse, genauso wie die gesellschaftlichen Auswirkungen.

Patrick Reichelt

Biden: Wir können das Coronavirus besiegen

18:48
20.01.2021
Der neue US-Präsident Joe Biden hat sich zu Beginn seiner Amtszeit zuversichtlich gezeigt, dass die USA die Coronavirus-Pandemie hinter sich lassen können. „Wir können das todbringende Virus besiegen“, sagte Biden nach seiner Vereidigung vor dem Kapitol in Washington. Die USA müssten der Pandemie als geschlossene Nation begegnen, appellierte er. Biden will die Amerikaner unter anderem aufrufen, zunächst 100 Tage lang Masken in der Öffentlichkeit zu tragen.

Die diesjährige Amtseinführung steht unter dem Eindruck der Corona-Pandemie: Anders als üblich gibt es für Biden kein Massenpublikum. Wegen der Erstürmung des Kapitols durch gewalttätige Anhänger seines Vorgängers Donald Trump vor zwei Wochen wurden zudem die Sicherheitsvorkehrungen erheblich verschärft. Trump blieb der Vereidigung als erster scheidender Präsident seit 1869 fern. Die ehemaligen Präsidenten Barack Obama, George W. Bush und Bill Clinton waren anwesend.

Patrick Reichelt

Frühere Corona-Impfung für niedergelassene Ärzte gefordert

18:00
20.01.2021
Niedergelassene Mediziner und Psychotherapeuten sollten nach Auffassung der Kassenärztlichen Vereinigung Niedersachsen (KVN) früher als bisher geplant gegen Corona geimpft werden. „Insbesondere bei der Behandlung unbekannter Patienten, deren Vorgeschichte und Diagnosen der Arzt nicht kennt, liegt ein erhebliches Infektionsrisiko vor“, sagte der Vorstandsvorsitzende der KVN, Mark Barjenbruch, am Mittwoch in Hannover.

Wegen der ohnehin stark begrenzten Menge an Impfdosen sei dieses Thema von der Politik bisher nicht aufgegriffen worden. Sollten Praxen aufgrund einer Covid-19-Erkrankung ausfallen, hätte dies laut KVN katastrophale Auswirkungen auf den Verlauf der Pandemie.

Die Impfverordnung aus dem Bundesgesundheitsministerium hat Ärzte und Psychotherapeuten in der Gruppe 2 mit „hoher Priorität“ eingeordnet, zusammen mit über 70-Jährigen oder Polizisten. Die Impfverordnung blende völlig aus, dass in den Arztpraxen 90 Prozent der Corona-Abstriche genommen werden, kritisierte Barjenbruch. Die KVN ist die Interessenvertretung der landesweit rund 14 700 niedergelassenen Vertragsärzte und Vertragspsychotherapeuten.

Michael Rabba