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Indien gibt Impfstoffe kostenlos an andere Länder

14:26
20.01.2021
Indien will eigens produzierte Corona-Impfstoffe kostenlos an andere Länder abgeben. Zunächst sollen die Nachbarländer Bhutan, Malediven, Bangladesch, Nepal und Myanmar sowie die Seychellen ab Mittwoch mit den Hilfsgütern beliefert werden, hieß es aus dem Außenministerium in Neu Delhi. Außenminister Subrahmanyam Jaishankar twitterte entsprechend: „Die Apotheke der Welt wird liefern, um die Covid-Herausforderung zu meistern.“

Indien wird oft - wie einst Deutschland - als die „Apotheke der Welt“ bezeichnet, da im zweitbevölkerungsreichsten Land nach eigenen Angaben rund die Hälfte aller Impfstoffe weltweit hergestellt werden. Viele gehen in ärmere Länder. Für diese Staaten werden die Produkte aus Indien auch jetzt von großer Bedeutung sein, denn anders als Deutschland und andere reiche Länder konnten sie sich nicht direkt viele Dosen sichern.

Zunächst sollen nun laut dem indischen Außenministerium zwei Millionen Dosen nach Bangladesch, 150 000 ins Königreich Bhutan und 100 000 auf die Malediven gehen. Für weitere Lieferungen nach Sri Lanka, Afghanistan und Mauritius brauche es noch einige regulatorische Freigaben. In den Empfängerländern wolle Indien auch das Impfpersonal schulen, heißt es in einer Mitteilung.

In Indien sind bislang zwei Impfstoffe zugelassen, die vor Ort produziert werden. Allerdings gibt es um einen der beiden eine Kontroverse. Er wurde von der einheimischen Firma Bharat Biotech mit Unterstützung der Regierung entwickelt. Diese hatte ihm eine Zulassung erteilt, obwohl er sich noch in Phase drei der klinischen Studien befindet und noch keine Daten zur Wirksamkeit vorliegen. Außerdem ist in Indien der von AstraZeneca gemeinsam mit der Universität Oxford entwickelte Impfstoff zugelassen.

Indien braucht selbst viele Impfstoffe und hat kürzlich mit seiner Impfaktion begonnen, die laut Premierminister Narendra Modi die größte der Welt ist. Bis zum Sommer sollen rund 300 Millionen Menschen in dem Riesenland geimpft werden. Das entspricht weniger als einem Viertel der 1,3 Milliarden Einwohner im Land.

Malte Bürger

Zwei Fälle mit britischer Virus-Variante erstmals in Peking entdeckt

14:01
20.01.2021
Zwei Fälle mit der britischen Virus-Variante, die besonders ansteckend sein soll, sind erstmals in Peking entdeckt worden. Wie das Gesundheitsamt nach Angaben von Staatsmedien am Mittwoch berichtete, handelt es sich nach ersten Untersuchungen um importierte Infektionen. Sie seien im südlichen Stadtteil Daxing identifiziert worden, wo auch der neue internationale Flughafen der chinesischen Hauptstadt liegt. Die Genom-Analyse deute darauf hin, dass es sich um die Mutation B.1.1.7 handele, wurde mitgeteilt.

Die Entdeckung alarmierte die Behörden Pekings, das vor seinen Toren gerade den seit Monaten größten Ausbruch mit dem Coronavirus in China erlebt. In der Provinz Hebei gab es seit Anfang Januar rund 1000 Infektionen. Für mehr als 20 Millionen Menschen wurden Ausgangssperren verhängt - unter anderem in Shijiazhuang, Xingtai und Langfang, das an den Stadtteil Daxing grenzt.

In der Provinzhauptstadt Shijiazhuang wurde innerhalb weniger Tage ein Auffanglager zur Quarantäne gebaut, das am Donnerstag schon mehr als 1700 Zimmer zur Verfügung stellen soll, wie die „China Daily“ berichtete. In der zweiten Phase soll es für mehr als 4000 Personen ausgebaut werden. Mit dem Bau war erst vor einer Woche begonnen worden. Mehr als 20 000 Menschen sind aus Risikogebieten in mehr als 400 zentralisierte Quarantäne-Lager gebracht worden, so das Blatt.

Malte Bürger