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Britische Ärzte fordern Priorisierung von Minderheiten bei Impfungen

11:16
19.01.2021
Britische Ärzte haben sich für eine Berücksichtigung ethnischer Minderheiten bei der Corona-Impfreihenfolge ausgesprochen. „Wir sind besorgt, weil Berichte zeigen, dass Menschen aus den schwarzen und asiatisch geprägten Communities nicht nur mit größerer Wahrscheinlichkeit schwer von dem Virus betroffen sind, sondern auch weniger wahrscheinlich eine Corona-Impfung in Anspruch nehmen“, sagte der Vorsitzende des Hausärzteverbands Royal College of General Practitioners, Martin Marshall, dem „Guardian“ (Dienstag).

Marshall forderte das Gesundheitsministerium auf, Angehörige ethnischer Minderheiten bei der Impfreihenfolge zu berücksichtigen. Außerdem hätten Hausärzte das Recht, auf Besonderheiten ihrer lokalen Gemeinden zu achten und so gegebenenfalls zu priorisieren, erklärte Marshall.

Er sowie mehrere andere Mediziner und Berater sprachen sich außerdem für eine auf die Zielgruppe zugeschnittene Aufklärungskampagne aus. „Wir müssen unseren Gemeinden klar machen, dass die Impfstoffe kein Fleisch oder kein Alkohol enthalten und dass sich Religionsvertreter dafür ausgesprochen haben“, sagte Habib Naqvi vom staatlichen Gesundheitsdienst NHS.

Untersuchungen zeigten, dass ethnische Minderheiten fast doppelt so gefährdet waren, an Covid-19 zu sterben, wie der Rest der Bevölkerung. Die Todesquote lag in der ersten Welle der Pandemie der britischen Statistikbehörde zufolge unter männlichen 9- bis 64-jährigen schwarzen Afrikanern und Bangladeschern fünfmal so hoch wie unter Weißen.

Michael Baltes

Niedersachsen geht mit klarer Vorstellung in Bund-Länder-Beratungen

10:41
19.01.2021
Die niedersächsische Landesregierung geht an diesem Dienstag (14.00 Uhr) mit klaren Vorstellungen in die Bund-Länder-Beratungen zum weiteren Kurs in der Corona-Krise. Befürwortet wird eine Verlängerung des Lockdowns bis Mitte Februar, von einem verschärften kompletten Lockdown hält das Bundesland mit Blick auf die wirtschaftlichen Schäden indes nichts, sagte Staatskanzleichef Jörg Mielke am Montag. Auch eine nächtliche landesweite Ausgangssperre unterstützt die Landesregierung nicht. Bei der aktuellen Corona-Lage in Niedersachsen halte er das nicht für gerechtfertigt, sagte Ministerpräsident Stephan Weil (SPD).

Bund und Länder beraten am Dienstag, ob der aktuelle, bis Ende Januar geltende Lockdown verlängert oder noch verschärft wird. Das erst für den 25. Januar geplante Treffen war wegen der weiterhin angespannten Corona-Lage und der Sorge vor Virusmutationen vorgezogen worden.

Niedersachsen macht sich für eine verbindliche Regelung zum Homeoffice stark. Wenn Arbeitgeber einem Arbeitnehmer den Wunsch der Arbeit von zu Hause aus verweigern, sollen sie sich dafür rechtfertigen müssen. Auch eine Verpflichtung zu mehr Schutzmaßnahmen am Arbeitsplatz wird gefordert. Dabei gehe es um Testmöglichkeiten sowie die Verfügbarkeit von Masken.

Max Seidenfaden

Corona-Ausbruch in Hamburger Pflegeheim - 88 von 118 Bewohnern krank

09:45
19.01.2021
In einem Pflegeheim der Diakoniestiftung Alt-Hamburg hat es einen größeren Corona-Ausbruch gegeben. Seit Weihnachten haben sich in dem Altenheim 88 der 118 Bewohner mit dem Erreger angesteckt, sagte Geschäftsführer-Assistent Jan Hell am Dienstag der Deutschen Presse-Agentur in Hamburg. Auch 26 der 96 Mitarbeiter wurden seitdem positiv auf Sars-CoV-2 getestet. Zudem seien seitdem zehn infizierte Senioren gestorben. Die Hamburger Sozialbehörde bestätigte die Zahlen. Ob es sich bei dem Ausbruch um den bislang größten in einem Hamburger Pflegeheim handelte, konnte der Behördensprecher nicht sagen. Zuvor hatten die „Morgenpost“ und die „Bild“-Zeitung berichtet.

Hell ging davon aus, dass in dem betroffenen Seniorenhaus Matthäus in Hamburg-Winterhude mittlerweile das Schlimmste überstanden ist. „Erfreulicherweise kann man sagen, dass beim letzten Test keine weiteren Infektionen dazu gekommen sind. Ich glaube, wir sind an dem Punkt, wo das fast überwunden ist.“ Besuche sind aufgrund der Corona-Infektionen in der Einrichtung derzeit nicht erlaubt. Wann das Gesundheitsamt das Verbot wieder aufheben wird, war zunächst unklar. Hell ging davon aus, dass in etwa zwei Wochen wieder Besucher reingelassen werden können.

Wie es zu dem Ausbruch kommen konnte, war zunächst unklar. Die erste Infektion war Hell zufolge am 25. Dezember festgestellt worden. Das Gesundheitsamt und das Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE) seien gerade dabei, das zu erforschen. „Uns interessiert das natürlich auch brennend.“ Geimpft sind die Bewohner des Seniorenhauses bislang noch nicht. In Häusern mit Ausbruchsgeschehen darf Hell zufolge nicht gegen Corona geimpft werden. „Ich denke aber, die Bewohner werden in Kürze auch einen Impftermin bekommen.“

Michael Baltes