Letztes Update:
20210115083914

Weil will nicht über Lockdown bis Ostern reden

08:29
15.01.2021
Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil hat davon abgeraten, schon jetzt über einen Corona-Lockdown bis Ostern zu reden. „So weit möchte ich nicht gehen. Gelingt es uns, schnell und nachhaltig unter den Inzidenzwert von 50 Infektionen pro 100 000 Einwohner und Woche zu kommen, müssen wir nicht den Frühlingsanfang abwarten, um darüber zu reden, wie wir wieder mehr Normalität schaffen“, sagte der SPD-Politiker der „Hannoverschen Allgemeinen Zeitung“ (Freitag). „Aber jetzt schon zu sagen, wir sehen uns Ostern wieder, das hielte ich für übertrieben.“ Er wolle nicht „der Resignation zu viel Raum geben“.

Entscheidend sei nicht das Datum, sondern die Inzidenzwerte, sagte Weil - also die Zahl der Neuinfektionen je 100 000 Einwohner binnen einer Woche. „Dass wir in der kalten Jahreszeit ein höheres Risiko haben, ist unumstritten“, meinte er. Er glaube aber nicht, dass bei der nächsten Ministerpräsidentenkonferenz mit Kanzlerin Angela Merkel (CDU) Lockerungen besprochen werden.

Max Seidenfaden

Impfungen mit zweitem Impfstoff starten in Osnabrück und Oldenburg

07:55
15.01.2021
In Oldenburg und Osnabrück sollen am Freitag die Corona-Impfungen mit dem zweiten zugelassenen Impfstoff der Firma Moderna starten. Geimpft wird in Krankenhäusern, wie das Gesundheitsministerium in Hannover mitteilte. Von den 6000 Dosen der ersten Moderna-Lieferung für Niedersachsen wurden bisher 2600 in weiterverteilt, die restlichen Dosen werden für die notwendige zweite Impfung aufgehoben.

Der Corona-Impfstoff des US-Herstellers Moderna wird über die Bundeswehrkaserne in Quakenbrück an alle Bundesländer verteilt. Das Logistikunternehmen Hellmann hat dafür 16 Tiefkühlfahrzeuge im Einsatz, deren Standort per GPS überwacht werden kann. Auch die Temperatur im Innenraum wird kontrolliert, die Transporte werden von der Bundespolizei begleitet.

Der Moderna-Impfstoff ist der zweite in der Europäischen Union zugelassene Corona-Impfstoff neben dem Biontech-Mittel.

Max Seidenfaden

Mediziner: Lockerung erst bei unter 1000 Intensivpatienten möglich

07:39
15.01.2021
Eine Lockerung der Corona-Maßnahmen kommt aus Sicht von Intensivmedizinern erst bei bundesweit weniger als 1000 Covid-19-Intensivpatienten infrage. Krankenhäuser seien trotz leicht sinkender Zahlen vielerorts an ihrer Belastungsgrenze, sagte der Präsident der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (Divi), Gernot Marx, den Zeitungen der Funke Mediengruppe (Freitag). Aktuell werden fast 5200 Covid-19-Patienten in ganz Deutschland intensivmedizinisch behandelt.

„In Ampelfarben gesprochen: In 11 von 16 Bundesländern ist die Ampel rot, dort gibt es weniger als 15 Prozent freie Intensivbetten“, sagte Marx. Lockerungen dürften erst kommen, wenn sich die Lage deutlich entspannt hätte. „Die Zahl der intensivmedizinisch versorgten Covid-19-Kranken muss dafür bundesweit stabil klar unter 1000 Patienten liegen.“ Sollte sich die womöglich deutlich ansteckendere Virusmutation ausbreiten, könne Deutschland schnell wieder einen exponentiellen Anstieg der Fallzahlen erleben, warnte er.

Max Seidenfaden