Die SPD im Bundestag hat einen Vorstoß von Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) zu einer Corona-Impfpflicht für Pflegepersonal zurückgewiesen. „Unser Ziel ist es, Menschen zu überzeugen. Eine Impfpflicht lehnen wir ab“, sagte SPD-Fraktionsvize Bärbel Bas am Dienstag. Viele Pflegekräfte seien sich ihrer Verantwortung durchaus bewusst und ließen sich selbstverständlich impfen. Die Bereitschaft dazu steige. Jene, die noch skeptisch seien, gelte es zu überzeugen - mit einem funktionierenden Impfmanagement, transparenter Begleitforschung, einer innovativen öffentlichen Kampagne oder ganz praktisch durch den Arbeitgeber.
Söder hat eine Debatte über eine Impfpflicht in der Pflege gefordert. Wenn man höre und lese, dass sich wenige Pflegekräfte impfen lassen wollten, müsse man darüber diskutieren.
Auch von der Deutschen Stiftung Patientenschutz kam Kritik. Die Diskussion über eine Impfpflicht für Pflegeberufe lenke vom eigentlichen Problem ab, sagte Vorstand Eugen Brysch der Deutschen Presse-Agentur. „So eine Schärfe spielt Impfgegnern in die Hände.“ Impfungen seien wichtig, um die Corona-Pandemie zu bewältigen. Es gebe aber viel zu wenig Impfangebote. „Ebenso verhindern aktuelle Infektionsausbrüche in Pflegeheimen, dass Impfungen durchgeführt werden können.“ Brysch betonte zudem: „Aktuell ist unklar, ob Geimpfte immun sind oder das Virus weitergeben können.“
Jean-Pierre Fellmer