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Psychologen über Lage an Wintersportorten: Menschlich nachvollziehbar

07:24
07.01.2021
Psychologen halten es für menschlich durchaus nachvollziehbar, wenn Leute trotz coronabedingter Warnungen Wintersportgebiete besuchen. „Es ist logisch nicht erklärbar, dass sich Menschen in der derzeitigen Situation einer möglichen Ansteckung aussetzen. Andererseits ist es aber aus menschlicher Sicht so erklärbar, dass viele den Drang haben, rauszukommen und Spaß zu haben - und das ist nachvollziehbar“, sagte Psychologin Andrea Heine vom Berufsverband Deutscher Psychologen.

„Diese Begründungen sind, wenn auch inhaltlich nicht unbedingt stichhaltig, menschlich natürlich nachvollziehbar“, sagte auch die Psychologin Anne Böckler-Raettig von der Uni Hannover. Oft wollten die Tagesausflügler einfach mal wieder rauskommen und das harte Corona-Jahr hinter sich lassen. Die Junior-Professorin erkennt im Ansturm auf Wintersportgebiete wie in Eifel, Harz und Sauerland eine bekannte menschliche Eigenschaft wieder. Argumente werden demnach weniger stark gewichtet, wenn sie eigene Überzeugungen in Zweifel ziehen oder sie das eigene Verhalten egoistisch erscheinen lassen. „Wir erliegen hier einem "confirmation bias": Wir sammeln Bestätigungen für das, was wir sowieso schon glauben.“

Nach Ansicht von Psychologin Heine gibt es häufig diejenigen, die sagen, ihnen passiere schon nichts. „Man hält sich oft selbst für sehr viel sicherer und gesünder als man glaubt.“ Anderen falle einfach die Decke auf den Kopf. „Dieses Rodeln im Freien ist für viele ein Stück wiedergewonnene Freiheit.“ Vielen falle es zudem schwer, zu verstehen, warum sich während der Feiertage plötzlich wieder Menschen treffen durften und sie jetzt nicht mit der Familie rodeln dürften.

Jan-Felix Jasch

Covid-19-Impfung: Informationslücken bei Pflegekräften

06:05
07.01.2021
Ausgerechnet von den Pflegekräften wollen sich offenbar weniger impfen lassen als erwartet. Aus Sicht des Vorsitzenden der Ständigen Impfkommission (Stiko), Thomas Mertens, liegt das vor allem an fehlenden Informationen und Falschinformationen. „Sie dürfen nicht davon ausgehen, dass die Vorkenntnisse hinsichtlich eines mRNA-Impfstoffes beim medizinischen Personal im Durchschnitt so sehr viel besser sind als in der übrigen Bevölkerung“, sagte Mertens der Deutschen Presse-Agentur.

Ein weiterer Grund für die zurückhaltende Impfbereitschaft könnte sein, dass sich Pflegekräfte umfassend informieren wollten, sagte Bernd Meurer, der Präsident des Bundesverbands privater Anbieter sozialer Dienste (bpa). „Wir und die Einrichtungsleitungen erläutern immer wieder aufs Neue, dass jeder geimpfte Mitarbeiter das Risiko in den Einrichtungen senkt und Leben schützt.“

Skepsis herrscht auch wegen möglicher Nebenwirkungen oder Langzeitfolgen. Dabei sind die Impfstoffe sehr sicher. Pfizer/Biontech und auch Moderna geben für ihre zugelassenen Impfstoffe eine Wirksamkeit von um die 94 Prozent an. Bei den Testreihen hatten sich nur wenige Nebenwirkungen gezeigt. Auch die noch nicht in Deutschland zugelassenen Impfstoffe haben eine hohe Wirksamkeit bei denen selten schwere Nebenwirkungen auftreten.

Jan-Felix Jasch