Letztes Update:
20210106204532

Portugal verlängert Ausnahmezustand

19:47
06.01.2021
Portugal hat mit 10.027 registrierten Neuinfektionen binnen 24 Stunden den höchsten Tageswert seit Ausbruch der Corona-Pandemie gemeldet. „Die nächsten Tage werden sehr hart sein“, sagte Gesundheitsministerin Marta Temido am Mittwoch in Lissabon. Die bisher höchste Infektionszahl war in dem 10,3-Millionen-Einwohner-Land am 31. Dezember mit 7627 verzeichnet worden.

Wegen der steigenden Zahlen verlängerte das Parlament in Lissabon den Ausnahmezustand am Mittwoch um eine weitere Woche bis zum 15. Januar. Im Rahmen dieser zweithöchsten Notstandsstufe herrschen seit dem 9. November in weiten Teilen Portugals unter anderem Ausgehbeschränkungen und Sperrstunden, darunter auch in der Hauptstadt Lissabon und der nördlichen Metropole Porto.

Wegen der Lockerung dieser Einschränkungen für die Feiertage hatten die Behörden zwar im neuen Jahr einen Anstieg der Corona-Zahlen erwartet. Dieser fiel aber größer als befürchtet aus. Der Druck auf das Gesundheitswesen wachse und sei inzwischen sehr groß, sagte Temido. Der Zahl der in Krankenhäusern behandelten Covid-Patienten sei um 33 auf 3293 gestiegen. 513 Menschen liegen den amtlichen Angaben zufolge auf Intensivbetten. Temido ordnete eine Aussetzung aller nicht dringenden Aktivitäten in den Krankenhäusern an.

Im Vergleich zu anderen Ländern Europas war Portugal im Frühjahr und im Sommer relativ gut durch die Pandemie gekommen. Im Herbst wurde die Lage aber plötzlich immer schlechter. Nach jüngsten Zahlen der EU-Agentur ECDC steckten sich zuletzt binnen 14 Tagen 466 Menschen je 100 000 Einwohner mit dem Virus an. Zum Vergleich: In Deutschland lag diese sogenannte 14-Tage-Inzidenz bei 379.

Seit Ausbruch der Pandemie wurden in Portugal knapp 450 000 Infektionen mit dem Virus Sars-CoV-2 gezählt. Rund 87 000 haben die Erkrankung noch nicht überstanden. Die Zahl der Menschen, die mit Covid-19 starben, kletterte am Mittwoch um 91 auf 7377.

Michael Rabba

Voraussichtlich keine verzögerte Verabreichung der zweiten Impfdosis in Deutschland

17:56
06.01.2021
Der anfangs knappe Corona-Impfstoff wird voraussichtlich in Deutschland nicht durch ein verzögertes Verabreichen der zweiten Dosis mehr Menschen zugänglich gemacht. Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) sagte am Mittwoch in Berlin: „Wir lassen die Daten von der Ständigen Impfkommission anschauen, aber die ersten Rückmeldungen sind tatsächlich die, dass wir bei der Zulassung und dem, was in der Zulassung steht, bleiben sollten.“ Für die Frist zwischen Erst- und Zweitimpfung gebe es klare Empfehlungen. In der für die Zulassung notwendigen Studie wurde den Probanden die zweite Impfung rund drei Wochen nach der ersten gegeben.

Für ein verzögertes Verabreichen der zweiten Dosis gab es unter Experten zuletzt auch Zustimmung. „In dieser besonderen Pandemielage ist es vertretbar, mit den jetzt vorhandenen Impfdosen möglichst vielen Menschen erst einmal die erste Immunisierung zu ermöglichen, und die zweite Impfung verzögert, aber zwingend innerhalb von 60 Tagen, nachzuholen“, schreibt etwa die Gesellschaft für Immunologie in einer Stellungnahme.

Michael Rabba