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EMA verschiebt Entscheid über Moderna-Impfstoff auf Mittwoch

19:34
04.01.2021
Die Europäische Arzneimittelbehörde EMA hat die Entscheidung über die Empfehlung eines zweiten Corona-Impfstoffes für die EU auf Mittwoch verschoben. Das teilte die EMA am Montagabend in Amsterdam mit. Der Expertenausschuss der EMA war bereits am Montag und damit zwei Tage früher als geplant zusammengetroffen und hatte über die Zulassung des Impfstoffes des US-Herstellers Moderna beraten. Dabei seien einige Fragen offen geblieben, sagte der niederländische Vertreter in dem Ausschuss. Die EMA hatte bereits zuvor nicht ausgeschlossen, dass eine Entscheidung erst bei der planmäßigen Sitzung des Ausschusses am Mittwoch fallen könnte.

Der Impfstoff von Moderna ist bereits in den USA und Kanada zugelassen. Bei einer positiven Empfehlung der EMA muss noch die EU-Kommission zustimmen. Das gilt als Formsache und könnte in kürzester Zeit geschehen. Es wäre nach dem Präparat der Hersteller Pfizer und Biontech der zweite Impfstoff gegen Covid-19, der in den EU-Mitgliedsstaaten zugelassen würde. Die EU hat bei Moderna bereits 160 Millionen Dosen des Impfstoffes bestellt.

Michael Rabba

Großbritannien setzt zwei Impfstoffe ein

18:08
04.01.2021
Im Kampf gegen die Ausbreitung der Corona-Pandemie setzt Großbritannien nun zwei Impfmittel ein. Am Montag wurde der 82 Jahre alte Dialyse-Patient Brian Pinker aus Oxford in der dortigen Uniklinik als erster mit dem heimischen Vakzin der Uni Oxford und des Pharmakonzerns Astrazeneca geimpfte, wie der britische Gesundheitsdienst NHS mitteilte.

Premierminister Boris Johnson warnte vor „harten, harten“ Wochen. Es sei keine Frage, dass „zu gegebener Zeit“ noch schärfere Corona-Einschränkungen eingeführt werden müssten, sagte Johnson beim Besuch einer Klinik in London. Ein Regierungssprecher kündigte für den Abend eine Fernsehansprache Johnsons an. „Dem Premierminister ist klar, dass weitere Schritte unternommen werden müssen, um den Anstieg der Fallzahlen zu stoppen, den NHS zu schützen und Leben zu retten.“ Außerdem werde das Parlament aus der Sitzungspause zurückbeordert, um über die Maßnahmen zu debattieren, erklärte der Sprecher.

Zuvor waren Forderungen nach härteren Maßnahmen immer lauter geworden. Großbritannien ist eines der am stärksten von der Pandemie getroffenen Länder in Europa. Zuletzt waren die Zahlen der Neuinfektionen sprunghaft auf mehrere Zehntausend Fälle pro Tag gestiegen. Auch die Anzahl der Patienten, die in Kliniken behandelt werden, hatte sich zuletzt drastisch erhöht.

Großbritannien hofft vor allem auf die Wirkung der Massenimpfung. Bereits seit vier Wochen wird der Impfstoff des Mainzer Unternehmens Biontech und des US-Konzerns Pfizer eingesetzt. In der vergangenen Woche hatte Großbritannien dann auch dem Astrazeneca-Präparat eine Notfallzulassung erteilt.

Der zweite Corona-Impfstoff, der im Land zum Einsatz kommt, hat einen großen Vorteil: Das Mittel aus Oxford kann bei Kühlschranktemperaturen gelagert werden, was die Logistik deutlich vereinfacht. Zu Beginn stehen dem Land gut eine halbe Million Dosen zur Verfügung, die in Hunderten Krankenhäusern und Arztpraxen ab dieser Woche gespritzt werden sollen. In der EU ist der Impfstoff noch nicht zugelassen.

Michael Rabba