Auf der Nordseeinsel Wangerooge ist ein verpflichtender Feuerwehrdienst vorerst vom Tisch, doch die Ausbildung der neuen Freiwilligen hinkt wegen der Corona-Pandemie hinterher. Im Lauf des Jahres seien 16 Freiwillige dazugekommen, sagte Bürgermeister Marcel Fangohr (parteilos). „Wir sind jetzt mindestens 40 Personen. Das ist in der Stärke gut.“ Er selbst hat sich ebenfalls für den ehrenamtlichen Einsatz in der Inselfeuerwehr gemeldet.
Gemeinden können laut Gesetz Erwachsene zum Feuerwehrdienst verpflichten, wenn der Brandschutz mit Freiwilligen nicht mehr gewährleistet ist. Der Gemeinderat auf Wangerooge hatte im Dezember 2019 für eine Verpflichtung gestimmt, weil die Zahl auf das Minimum von 23 Aktiven zu sinken drohte. So wäre die erste Pflichtfeuerwehr in Niedersachsen entstanden, doch dann meldeten sich genügend Bürgerinnen und Bürger freiwillig.
Die Ausbildung der Freiwilligen hätte im April stattfinden sollen, sei aber wegen der Corona-Pandemie verschoben worden, sagte Fangohr. Ausweichtermin war der November, „dann kam der zweite Lockdown“. Die notwendige Stärke von zwei Löschzügen sei auf Wangerooge gesichert. Die Freiwilligen hätten schon bei Einsätzen geholfen, für die keine vollständige Ausbildung notwendig sei, so beim Tragen von Kranken.