An Heiligabend wollen Tausende Christen im Norden um 20.00 Uhr auf dem Balkon, an Fenstern und an Türen das Lied „Stille Nacht“ singen. Die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) unterstütze die Initiative, sagte ein Sprecher in Hannover. Die Botschaft des Heiligen Abends, „Christ, der Retter ist da“, gebe gerade in schweren Zeiten Hoffnung. Zuerst hatte die Nordkirche zu dem ungewöhnlichen Gemeinschaftssingen aufgerufen. Landesbischöfin Kristina Kühnbaum-Schmidt sprach von einem „tröstenden Zeichen an einem Abend, der stiller sein wird als die Weihnachtsabende, die wir kennen“. Mittlerweile schlossen sich auch andere Landeskirchen an - etwa die Kirche Berlin-Brandenburg-Oberlausitz.
Auch der Radiosender NDR 1 Niedersachsen unterstützt das Distanz-Singen, indem er um 20.00 Uhr eine Instrumentalversion von „Stille Nacht“ zum Mitsingen sendet. Zum Musizieren wird ebenfalls aufgerufen - alles unter Einhaltung der Kontaktbeschränkungen und Abstandsregeln. Wegen der steigenden Infektionszahlen wurden zahlreiche Präsenz-Gottesdienste abgesagt, gemeinsamer Gesang ist derzeit in den Gotteshäusern ohnehin verboten. Hannovers Landesbischof Ralf Meister sagte: „Es ist eine gute Idee für alle Gläubigen und Ungläubigen, am Heiligen Abend um 20 Uhr von allen Türmen und Balkonen des Landes ein Lied der Hoffnung zu singen.“