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20201217093652

Wegen IT-Arbeiten unbemerkt: Corona-Wochenfälle in Wales verdoppelt

09:07
17.12.2020
Die Anzahl der Corona-Fälle in Wales in einer Woche ist doppelt so hoch wie bisher gemeldet. Wegen IT-Wartungsarbeiten seien voraussichtlich 11.000 Neuinfektionen in der Woche zwischen dem 9. und 15. Dezember zunächst nicht in den offiziellen Angaben berücksichtigt worden, teilte der Gesundheitsdienst in Cardiff mit. Bisher waren für die Woche 11.911 neue Corona-Fälle gemeldet worden. Die Behörden betonten, dass die Wartungsarbeiten keinen Einfluss auf die Kommunikationskette gehabt hätten. Alle Betroffenen seien wie üblich zeitnah kontaktiert worden.

Allerdings bedeuten die Zahlen, dass es in dem britischen Landesteil insgesamt ein Zehntel mehr Corona-Fälle gibt als bekannt - bisher wurden etwa 103.000 Menschen positiv getestet. Wales hat etwa 3,14 Millionen Einwohner. „Die Zahlen zeigen, wie ernst die Lage in Wales geworden ist“, sagte Regierungschef Mark Drakeford.

Die Regionalregierung hatte wegen stark steigender Fallzahlen am Mittwoch einen neuen Shutdown für zunächst drei Wochen angeordnet. Alle nicht lebensnotwendigen Geschäfte und Einrichtungen sollen von Heiligabend an schließen, vom 28. Dezember an gibt es striktere Auflagen für Reisen und persönliche Kontakte. Außerdem begrenzte die Region die Zahl der Haushalte, die sich über die Weihnachtstage treffen dürfen, auf zwei.

Jan-Felix Jasch

Montgomery: Wird zu mehr Triage bei Überfüllung der Stationen kommen

08:15
17.12.2020
Der Vorsitzende des Weltärztebundes warnt angesichts der hohen Corona-Zahlen vor einer Zuspitzung der Lage in den deutschen Krankenhäusern. „Es wird bei zunehmender Überfüllung der Intensivstationen immer mehr zu Triage-Entscheidungen kommen und die wird leider von den Ärzten alleine getroffen werden müssen, weil die Politik uns hier im Stich gelassen hat“, sagte Frank Ulrich Montgomery der „Rheinischen Post“ (Donnerstag). Triage bedeutet, dass Mediziner aufgrund von knappen Ressourcen entscheiden müssen, wem sie zuerst helfen.

Ein Mediziner aus dem sächsischen Zittau hatte zuvor mit Äußerungen um eine Triage von Corona-Patienten für Aufregung gesorgt. In einem Online-Forum hatte der Ärztliche Direktor des Oberlausitzer Bergland-Klinikums, Mathias Mengel, Berichten zufolge am Dienstagabend davon gesprochen, dass in Zittau schon mehrfach triagiert worden sei. Die Klinik bestätigte oder dementierte die Schilderungen des Arztes am Mittwoch nicht ausdrücklich. Stattdessen betont sie: Die Lage ist kritisch.

Montgomery zufolge ist die hohe Zahl der Corona-Toten nicht allein ein Versagen der Politik: „Wir waren eigentlich hervorragend aufgestellt. Aber die Bevölkerung selbst hat sich nicht vorgesehen und an die Regeln gehalten, und deswegen kommt es nun zur Überlastung des Gesundheitswesens.“

Jan-Felix Jasch