Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) hat vor Kontrollverlust in der Corona-Pandemie gewarnt und zu schnellem Handeln noch vor Weihnachten gedrängt. „Das Infektionsgeschehen hat sich in den letzten drei Tagen dramatisch beschleunigt. Wir sind wieder in einer Phase exponentiellen Wachstums und sehen, dass die ersten Intensivstationen an ihre Kapazitätsgrenzen gelangen“, sagte er dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND/Samstag). Man könne auf gar keinen Fall bis nach Weihnachten warten, ehe man reagiere. „Wir müssen jetzt klären, wie es weitergeht. Sonst gerät der Pandemie-Verlauf vollständig außer Kontrolle“, sagte Altmaier.
Sowohl im privaten Bereich als auch im öffentlichen Raum müssten Kontakte drastisch reduziert werden. Ins Visier genommen werden müssten Bereiche, die möglichst wenig ins wirtschaftliche und gesellschaftliche Leben eingreifen. „Aber klar ist: Das wird nicht zum Nulltarif gehen“, sagte er. Bereits zuvor hatte er höhere Corona-Hilfen im Fall eines harten Lockdowns in Aussicht gestellt.
Einer Homeoffice-Pflicht erteilte er eine Absage: „Ich halte wenig davon, in die betriebliche Praxis hinein zu dirigieren“, sagte er. Für neue Rechtsansprüche sei jetzt, wo viele Unternehmen ums Überleben kämpften, einfach keine Zeit. Der Staat habe an die Wirtschaft appelliert, Beschäftigte wo immer möglich ins Homeoffice zu schicken. Die Reduzierung von Kontakten sei aber auch am Arbeitsplatz organisierbar. Ein Sonderfall seien Großraumbüros.