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20201208200327

Bayern ab Mittwoch wieder im Katastrophenmodus

19:47
08.12.2020
Bayern ist wegen der hohen Corona-Zahlen von Mittwoch an wieder im Katastrophenmodus. Innenminister Joachim Herrmann (CSU) stellte den Katastrophenfall am Dienstagabend offiziell fest und setzte damit den Kabinettsbeschluss von Sonntag um. „Ziel ist eine koordinierte und strukturierte Vorgehensweise aller im Katastrophenschutz mitwirkenden Behörden, Dienststellen und Organisationen“, erklärte er. Die Regelung ist zunächst bis zum 9. Januar befristet.

Zugleich wird der Präsenzunterricht für ältere Schüler in Bayern von diesem Mittwoch an deutlich eingeschränkt: Ab Klassenstufe acht sollen die Klassen überall geteilt werden und in Wechselunterricht übergehen. In Hotspots ab einer Inzidenz von 200 Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner in einer Woche sollen die Schüler ab der achten Klasse komplett in den Distanzunterricht wechseln. Ferner gelten landesweit strengere Ausgangsbeschränkungen.

Michael Rabba

Kritik an Vorschlag der Leopoldina aus Baden-Württemberg

19:43
08.12.2020
Baden-Württembergs Kultusministerin Susanne Eisenmann sieht den Vorschlag der Nationalen Wissenschaftsakademie Leopoldina für eine zeitweise Aufhebung der Schulpflicht schon ab der nächsten Woche äußerst kritisch. „Denn das bedeutet nichts anderes als landesweite Schulschließungen - und noch nicht mal Fernunterricht“, teilte die CDU-Politikerin am Dienstag in Stuttgart mit. „Diesen drastischen Schritt der flächendeckenden Schulschließungen wollen wir weiterhin zwingend vermeiden, weil wir aus der Zeit im Frühjahr gelernt haben.“

Stattdessen ermögliche man in Regionen mit sehr hohen Corona-Zahlen einen Wechselbetrieb zwischen Präsenz- und Fernunterricht. „Zudem sind die Zahlen der geschlossenen Schulen und Schulklassen oder Gruppen in Quarantäne nach wie vor vergleichsweise gering.“ Einen landesweiten Stillstand für die Bildung wolle man unbedingt vermeiden. „Dass ausgerechnet eine wissenschaftliche Institution dies fordert, überrascht doch ein bisschen“, kritisierte Eisenmann. Die Ministerin ist auch CDU-Spitzenkandidat für die Landtagswahl im März 2021.

Die Wissenschaftler hatten wegen der anhaltend hohen Corona-Zahlen auf eine drastische Verschärfung der Beschränkungen bereits ab kommender Woche gepocht. Die Feiertage und der Jahreswechsel sollten für einen „harten Lockdown“ genutzt werden, hieß es. In einem ersten Schritt sollte die Schulpflicht vom kommenden Montag (14. Dezember) an bis zu den Weihnachtsferien aufgehoben werden. Damit sei gemeint, dass die Schüler nicht mehr in die Schule kommen müssen, erläuterte eine Sprecherin der Leopoldina. Das entbinde nicht von der Pflicht, zu Hause Aufgaben zu lösen. Ab 24. Dezember bis mindestens 10. Januar sollte dann „in ganz Deutschland das öffentliche Leben weitgehend ruhen“.

Michael Rabba