Letztes Update:
20201207190402

Noch keine Einigung in Regierung über höhere Abschlagszahlungen

18:34
07.12.2020
Bei Verhandlungen über höhere Abschlagszahlungen bei den Novemberhilfen gibt es innerhalb der Bundesregierung noch keine Einigung. Umstritten ist nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur, wie hoch die Abschlagszahlungen ausfallen sollen. Wann es zu einer Entscheidung kommt, war am Montag offen.

Damit erste Gelder bei den Novemberhilfen schnell fließen, hatten sich Bundeswirtschafts- sowie Finanzministerium auf Abschlagszahlungen geeinigt für Firmen, die wegen des Teil-Lockdowns in der Corona-Krise ihren Geschäftsbetrieb dicht machen mussten. Die Abschlagszahlungen ohne tiefergehende Prüfung sind ein Vorschuss auf spätere Zahlungen. Soloselbstständige erhalten eine Abschlagszahlung von bis zu 5000 Euro, Unternehmen bis zu 10 000 Euro.

Vor allem aus den Ländern kam die Forderung, die Abschlagszahlungen massiv zu erhöhen, weil ansonsten viele Firmen in Liquiditätsengpässe kämen. In der Bundesregierung ist dem Vernehmen nach aber die Sorge groß, dass es bei deutlich höheren Abschlagszahlungen vermehrt zu Missbrauchsfällen kommen könnte.

Maria Sandig

Expertin sieht Lücken bei globaler Verteilung der Impfstoffe

17:59
07.12.2020
Das internationale Logistiknetz zur Verteilung der Corona-Impfstoffe weist nach Einschätzung einer Expertin deutliche Lücken auf. Die Verteilung werde voraussichtlich mit den Verkehrsmitteln Flugzeug und Lastwagen stattfinden, erklärte die Betriebswirtschafts-Professorin Yvonne Ziegler von der Frankfurter University of Applied Sciences am Montag.

Der derzeit eingeschränkte Flugverkehr sei dabei einer von mehreren kritischen Faktoren. „Manche Länder, zum Beispiel in Mittel- und Südamerika, werden aktuell nur von wenigen Passagierflugzeugen mit relativ wenig Frachtkapazität angebunden“, sagte Ziegler. Auch wo es bessere Frachtverbindungen gebe, seien zunächst nur die großen Wirtschaftszentren angebunden. Die übrigen Regionen müssten per Lastwagen oder mit speziellen Charterflügen im Auftrag der Regierungen versorgt werden.

Ziegler machte auf die Anforderungen aufmerksam, die verschiedenen Impfstoffe stets auf einer konstanten Temperatur zu halten. Grundsätzlich seien Kühlkapazitäten vorhanden, im Ultra-Tiefkühlbereich von minus 70 Grad gebe es aber nur wenige Anbieter und Kapazitäten. Bei Einsatz von Trockeneis sei eine separate Infrastruktur notwendig.

Die Impfstoffe müssten wegen ihres hohen Schwarzmarktwertes während der Verteilung aufwendig gesichert werden, erklärte die Professorin mit dem Schwerpunkt Internationales Luftverkehrsmanagement. Notwendig seien aus ihrer Sicht Zugangskontrollen und Überwachungssysteme sowie Drohnenabwehrsysteme an den Lagerhallen.

Maria Sandig