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20201203105613

RKI-Chef schlägt Hygienebeauftragte an Schulen für Tests vor

10:27
03.12.2020
In der Diskussion über selbstdurchgeführte Corona-Schnelltests bei Lehrern plädiert der Präsident des Robert Koch-Instituts, Lothar Wieler, für Hygienebeauftragte an den Schulen. Auch in den Schulen seien Testungen im Rahmen eines gesamten Hygienekonzeptes sinnvoll, sagte er am Donnerstag in Berlin. „Es wäre am besten, wenn ein bestimmter Lehrer zum Hygienebeauftragten ernannt würde, dieser natürlich auch entsprechend weitergebildet wird von den lokalen Behörden, um dann diese Tests sinnvoll einzusetzen.“ Dazu bedürfe es einer gewissen Kenntnis, aber das sei wirklich machbar, fügte er hinzu.

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hatte in den Zeitungen der Funke Mediengruppe angekündigt, dass Kitas und Schulen oder deren Träger von Freitag an eigenständig Corona-Schnelltests beziehen und nutzen könnten. „Lehrerinnen und Lehrer werden sich regelmäßig selbst testen dürfen.“ Mit einer neuen Verordnung, die an diesem Freitag in Kraft tritt, will Spahn demnach regeln, dass Pädagogen nach vorheriger Schulung selbst testen dürfen. Daneben sollen auch die Schulträger bei Bedarf mit geschultem Personal Tests vor Ort durchführen dürfen.

Sarah Haferkamp

Ärzte ohne Grenzen: Teile des reservierten Corona-Impfstoffs abgeben

09:53
03.12.2020
Die Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen hat Gerechtigkeit bei der Verteilung von Corona-Impfstoffen angemahnt und wünscht sich eine Abgabe von Ländern, die sich bereits Impfstoffe gesichert haben. Mehr als die Hälfte der Impfstoffe im kommenden Jahr sei schon jetzt reserviert, sagte Elisabeth Massute von der Hilfsorganisation im ZDF-Morgenmagazin. „Da bleibt natürlich wenig bis gar nichts für die Ärmsten der Armen oder für Menschen in humanitären Not- und Krisensituationen übrig.“

„Wir würden uns wünschen, dass Länder, die sich jetzt bereits Impfstoffe reserviert haben, tatsächlich verpflichtend Anteile abgeben“, sagte Massute. Damit sollen Menschen in humanitären Not- und Krisensituationen sowie Gesundheitspersonal auf der ganzen Welt geschützt werden. Es wäre unsolidarisch, wenn in Deutschland bereits die Bevölkerung geimpft werden könne, während anderswo Gesundheitspersonal noch nicht geschützt sei. Eine solche Verteilung würde demnach am Ende allen zugutekommen: In einer globalisierten Welt könne kein Land mit einem nationalistischen Ansatz die Pandemie in den Griff bekommen. „Die Pandemie wird erst dann vorbei sein, wenn sie für uns alle vorbei ist“, sagte Massute.

Im November hatte die Weltgesundheitsorganisation WHO vor einem „Impfstoff-Nationalismus“ gewarnt. Am Mittwoch war bekannt geworden, dass Großbritannien kommende Woche mit Impfungen beginnt. Nach Regierungsangaben wurden dort 40 Millionen Impfdosen der Firmen Biontech und Pfizer bestellt. Die EU hat sich bis zu 300 Millionen Dosen reserviert. In China wird bereits geimpft, in Russland sollen die Impfungen demnächst beginnen.

Sarah Haferkamp